Beim Zander angeln hat man viel Freude. Wir zeigen, wie ihr dabei auch erfolgreich seid und welche Tipps und Tricks es gibt. Der Zander ist nochmal deutlich schlauer als beispielsweise der Hecht, daher gilt es sich gut vorzubereiten.

Die besten Fangzeiten für Zander

Die Uhrzeit, wann man den Zander am besten angeln kann, hängt auch stark vom Gewässer ab. Grundsätzlich meidet der Zander grelles Licht. Das bedeutet, wenn ein Gewässer besonders klar ist, hat man in der Nacht die besten Chancen den großen Fang zu machen. Hier findet man den Räuber auch im Uferbereich. Bei trüben Gewässern könnt ihr auch tagsüber Zander angeln. Wenn besonders grelles Sonnenlicht herrscht, dann solltet ihr eure Angeljagd in den späten Abend oder in die Nacht verlegen. Übrigens hat die scheinbar schmutzige Färbung bei Hochwasser den Vorteil, dass es trübe ist und eine hervorragende Zeit zum Zander angeln darstellt.

Übrigens richtet sich die beste Fangzeit auch ganz stark nach der Jahreszeit. Im Grunde kann man in allen Jahreszeiten den beliebten Speisefisch fangen. Allerdings ändert sich je nach Saison das Verhalten. Er zieht sich im Winter in die Tiefen des Sees zurück und verharrt mehr oder weniger an einer Stelle. Im Sommer ist durch Aufwuchs und Algen eine schöne Wassertrübung vorhanden, das heißt man kann auch tagsüber losziehen. Deutlich klarer wird es im Herbst und ihr solltet hier bei Anbruch der Dunkelheit beginnen. Im Frühjahr müsst ihr leider andere Fische angeln, da hier die Laichzeit ist. In der Brutpflege das prächtige Tier zu jagen ist ein NoGo.

Zanderangeln

Auch der Wetterumschwung gerade zu hoher Hitze schlägt dem Prachtfisch schnell mal aufs Gemüt. Wenn das Wetter sehr wechselhaft ist, dann solltet ihr auf eine gleich bleibende Konstante warten. Sprich wenn das Wetter seit drei Tagen warm und trocken ist, kann man loslegen.

Die richtige Zanderrute

Wie auch beim Hechtangeln verwendet man am besten eine Spinnrute. Hier solltet ihr aber aufpassen, welche ihr wählt. Die Spitze sollte straff sein, damit man den Gummifisch optimal über dem Bodengrund des Gewässers in Aktion bringen kann. Noch wichtiger als die straffe Spitze ist allerdings die optimale Position des Hakens im Köder. Mehr dazu kann man unter „Köder“ lesen. Ein weiterer Grund ist, dass man das Anschlagen exakter durchführen kann. Das harte Maul des Zanders ist schwierig zu durchdringen, deswegen ist das richtige Timing enorm wichtig.

Man kann mit einem Fischköder und einer Grundrute auch sehr erfolgreich sein. Die perfekte Zanderrute ist leicht und schnell wendbar. Die Länge reicht von 2 – 2,5 m. Mit dieser recht kurzen Länge könnt ihr auf dem Boot sehr gut hantieren.

Zanderfang

Mit diesen Ködern klappt es beim Zander angeln

Beim Köder ist vor allem die Wassertiefe zu beachten. Wie schon erwähnt, kommt das Glasauge in der Nacht in den Uferbereich. Dann könnt ihr einen Wobbler zum Fischen nehmen. So verhindert ihr, euch im Gestrüpp und an Steinen zu verheddern. Wenn ihr tagsüber zum Fang fahrt, dann nutzt lieber Gummifische. Übrigens darf man sich nicht frustrieren lassen, wenn der Köder mal festhängt. Das ist ganz normal. Nehmt lieber einen Ersatzköder mehr mit.

  • Wobbler
  • Fischköder
  • Gummifisch

Zanderköder

Vermeidet beim Stachelritter besser das Angeln mit dem Titanvorfach, denn er wird es mit einem Blick erkennen. Deutlich effektiver ist die Methode mit Fluorocarbon. Dieses ist auch für den weit sehenden Zander kaum wahrnehmbar und führt eher zum Erfolg beim Zander angeln. Wenn ihr mit großen Köder fischt, dann solltet ihr ab einer Ködergröße von 10 cm zusätzlich am Gummifisch einen Drilling als Angsthaken platzieren.

Zanderangeln

Auch echte tote Fischköder regen den Appetit eines Stachelritters an. Ich habe sogar bisher hiermit mehr Erfolg gehabt, als mit dem Gummifisch. Mit dem Fischköder gehe ich in der Regel auf Grund, mit dem Gummifisch arbeite ich als Faulenzer den Boden entlang und den Wobbler hole ich unkreativ in gleichmäßiger langsamer Geschwindigkeit zurück. Übrigens muss man dem Stachelritter nicht vorgaukeln, dass der Fischköder noch lebt, da er auch ein Aasfresser ist. Der Vorteil am Fischköder ist, dass er Geruch verströmt.

Im Sommer ist es schwieriger den Koloss zu fangen. Deswegen empfehle ich hier echte Fischköder und tiefe Stellen. Nehmt hierbei Fische, die in diesem Gewässer auch tatsächlich auf der Speisekarte stehen. Wenn die Temperaturen kühler werden, dann hat man die besten Chancen. Folgende Fische sind ideal:

  • Barsch
  • Rotfeder
  • Rotauge
  • Gründling

Der Zander ist nicht nur extrem vorsichtig, sondern auch geräuschempfindlich. Beim kleinsten Laut kann er weg sein und er wird nicht zu eurem Köder zurückkommen. Wenn ihr mit Pose angelt, könnt ihr nachts am Knicklicht erkennen, ob einer beißt. Doch was macht ihr ohne Pose? Ganz einfach, ihr nehmt ein kleines Stück Styropor. Macht einen Schnitt rein und schiebt die Hauptschnur der Angelspitze durch. In das weiche Styropor könnt ihr nun ein Knicklicht stecken. So habt ihr euren eigenen kleinen DIY Bissanzeiger, der keinen Lärm macht.

Die richtige Schnur zum Zander angeln hängt natürlich von der Größe des zu erwartenden Fangs ab und ob man eine monofile oder geflochtene Schnur wählt. Hauptsache sie ist sehr stabil – gelochtene Schnur für Zander ist in der Regel 0,15 bis 0,20 mm dick, monofile Schnur 0,25-0,30 mm.

Welche Ködergröße ist die beste für den Zander?

Ehrlich gesagt, das spielt keine Rolle. Der Fisch hat ein riesiges Maul und wird bei einem Fressrausch jede Ködergröße wahrnehmen, die ihr ihm anbietet. Wähle eine Größe zwischen 5 bis 20 cm.

Zander

Zander und seine Eigenheiten

Der Zander jagt seine Beute auf Sicht. Sie können mit ihren großen Glasaugen extrem gut sehen und das auch bei trüben Gewässern und in der Nacht. Im Gegensatz zum weit verbreiteten Irrglauben, dass man den Stachelritter nur im tiefen See fängt, kann man ihn auch in flachen Flüssen fangen. Haltet, sobald der Kraftprotz angebissen hat, die Schnur schön straff, ansonsten kann er schnell weg sein.

Der Anschlag beim Biss muss sehr stark sein, denn wie schon erwähnt hat er ein stark knöchriges Maul. Da kommt man mit guten Reden und Zuneigung nicht weiter. Beim Zander angeln kann man ruhig eine Weile bis zum Anschlag warten und ihn erstmal ziehen lassen, bis man Gewissheit hat. Diese erlangt man, wenn der Zug aufhört und der Fisch beginnt zu fressen. Sobald er wieder losziehen will, ist der richtige Moment. Übrigens: wer gedacht hat, dass am Boot der Kampf beendet sei, der irrt sich. Jetzt kommt die schwierigste Disziplin, nämlich den Zander in den Kescher holen. Besonders hier muss die Leine sehr straff gespannt sein.

Zanderangeln

Der Raubfisch liebt steinigen und sandigen Grund. in Schlamm und Kraut gibt es wenig Zander. Mit dieser Regel im Hinterkopf findet ihr schnell die passende Stelle für einen kapitalen Fang. Wie der Untergrund ausgelegt ist, merkt ihr schnell an der Rute. Steiniger Boden gibt Rückschläge in die Rute. Testet es einfach mal im flachen Bereich, wo ihr den Untergrund erkennt. Wenn der Köder den Boden erreicht, sprich die Schnur nicht mehr gespannt ist, dann gilt es wieder Bewegung aufzunehmen. Egal, welche Methode ihr verwendet – vom Faulenzer bis zum Jiggen ist alles erlaubt. Der Faulenzer ist natürlich deutlich entspannter, da man hier überwiegend mit der Rolle arbeitet.

Folgende Plätze werden beim Zander angeln bevorzugt:

  • Brücken mit Beleuchtung, da sich hier wegen der Insekten die Kleinfische tummeln
  • tiefe Löcher
  • Kanten
  • Spundwände

Die Schonzeiten für Zander sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Ihr könnt euch unter der Fischereiverordnung des gewünschten Bundeslandes über die Schonzeit und die Mindestmaße informieren.

Wenn ihr noch weitere Infos, Anregungen oder Kritik habt, dann hinterlasst doch einen Kommentar. Zur Info: das Titelbild des Beitrags ist ein wenig geschummelt. Hierbei handelt es sich um ein Walleye. Das ist der nächste Verwandte zum Zander in Nordamerika. Die Technik bleibt aber die gleiche. Viel Spaß beim Fischen!

Zander angeln – Tipps und Tricks
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