Heute dreht sich alles ums Welsangeln. Der Europäische Wels oder Waller ist der größte europäische Süßwasserfisch. Wohl kein anderer heimischer Raubfisch stellt für Sportfischer eine so große Herausforderung dar wie er. Durch seine außergewöhnliche Größe und sein Gewicht ist er nicht leicht zu überlisten – um beim Welsangeln Erfolg zu haben, braucht man viel Erfahrung und vor allem Ausdauer. Wir haben euch hier die wichtigsten Methoden, Köder und Besonderheiten zusammengestellt, die ihr beim Wels beachten müsst.

Der Europäische Wels oder Waller

Der Europäische Wels oder auch Waller stammt ursprünglich aus dem Donaubecken in Bulgarien und lebt heute in vielen Gewässern Mittel- und Osteuropas. Er bevorzugt stehende oder langsam fließende, sommerwarme Gewässer mit schlammigem Grund. An den Sauerstoffgehalt des Wassers oder die allgemeine Wasserqualität stellt er keine hohen Ansprüche.

Hierzulande kommt der Waller in großen, warmen Seen vor, aber auch in den großen Flüssen wie Rhein, Main oder Neckar. Zu den beliebtesten Welsgewässern in Europa zählen der Po in Italien und der Rio Ebro in Spanien. Auch wenn die Welspopulation dort nicht natürlich, sondern menschengemacht ist, fühlen sich die Waller dort sehr wohl und es ist vergleichsweise einfach, große und schwere Exemplare zu fangen.

Denn der Wels erreicht eine stattliche Größe: Eine Schönheit ist er zwar nicht, aber er kann eine Körperlänge von bis zu drei Metern erreichen sowie ein Gewicht von bis zu 160 kg. Mit Sicherheit rührt auch daher die große Faszination, die vom Welsangeln ausgeht.

Der Wels lebt vorzugsweise im Verborgenen. Er hält sich gern in Grundnähe auf, wo er nach Nahrung sucht. Waller gelten als Nahrungsopportunisten, was bedeutet, dass sie diejenige Nahrung bevorzugen, die am häufigsten vorhanden oder am einfachsten zu erbeuten ist. Sie sind nicht besonders wählerisch: Im Prinzip fressen sie alles, was sie von der Größe her bewältigen können – und das ist bei ihrem breiten Maul ziemlich viel. Hauptsächlich ernährt sich der Waller natürlich von Fischen wie zum Beispiel Schleien, Rotaugen oder Karpfen. Aber auch Insekten, Würmern, Fröschen, Mäusen oder sogar Tauben gegenüber ist er nicht abgeneigt. Beim Welsangeln ist es natürlich sinnvoll, mit den Ködern zu fischen, die auch im natürlichen Lebensraum des Wallers vorkommen – doch dazu später mehr.

Der Waller ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Fisch. Zwar wurden auch schon tagsüber kapitale Welse gefangen, aber am besten angelt man nachts auf Grund. Tagsüber versteckt sich der Wels gern zwischen Wasserpflanzen, unter überhängenden Ufern oder Baumwurzeln. Er ist bodenorientiert und liebt verschlammte Vertiefungen und Löcher, in die er sich gern zurückzieht.

Seine Aktivität hält sich in Grenzen und ist abhängig von der Wassertemperatur und der verfügbaren Beute. Im Verhältnis zu seiner Körpergröße frisst er sowieso nicht viel, und im Winter nimmt er fast gar keine Nahrung zu sich. Er überwintert in Flüssen in Uferspalten oder Gruben und in Seen auf dem schlammigen Grund.

Wenn ihr noch mehr Informationen über den Waller haben wollt, empfehlen wir euch unser Fischportrait.

Wallerangeln

Ausrüstung für das Welsangeln

First things first: Die Ausrüstung. Da der Wels so groß und so schwer ist, versteht sich von selbst, dass ihr eine robuste und stabile Ausrüstung braucht. Zwar richtet sich die Auswahl der konkreten Rute, des Hakens und der Schnur nach der jeweiligen Fangmethode. Generell lässt sich jedoch sagen, dass der Wels ein starker Gegner ist und eure Angel-Ausrüstung deshalb enorme Kräfte aushalten können muss. Allgemein lässt sich sagen, dass ihr eher auf die Qualität achten solltet statt auf den Preis. Zwar ist es möglich, dass ihr etwas mehr Geld ausgeben müsst, um euch für das Welsangeln gut auszurüsten – aber ihr habt ja auch ein hehres Ziel.

Schnur

Die Angelschnur ist beim Fischen auf Wels eine der wichtigsten Komponenten, denn sie muss die komplette Belastung zwischen der Angel und dem Fisch aushalten. Natürlich hängt die Wahl der Schnur ab von der Methode, die ihr verwenden wollt. Aber eins ist sicher: Bei so einem großen Fisch braucht ihr eine haltbare, stabile Schnur. Deshalb lässt sich die Frage, ob eine monofile oder eine geflochtene Schnur besser geeignet ist, ausnahmsweise leicht beantworten: Wir raten euch in jedem Fall, auf eine geflochtene Angelschnur zurückzugreifen. Der Waller kann beim Drill enorme Kräfte entfalten – es empfiehlt sich eine Tragkraft von mindestens 50 kg. Beachtet auch, das die Angelrolle eine ausreichende Menge an Angelschnur fassen können muss.

Rute

Wenn ihr auf Wels fischen wollt, müsst ihr euch nicht zwingend eine neue Angelrute kaufen. Wenn ihr eine stabile Hecht- oder Karpfenrute besitzt, könnt ihr auch diese verwenden. Wichtig ist auch hier, dass die Rute belastbar ist. Beim Ansitzangeln vom Ufer ist eine Länge von 3 Metern sinnvoll; für das Angeln vom Boot muss die Rute etwas kürzer sein (maximal 2,80 Meter).

Haken

Die Wahl des richtigen Welshakens hängt damit zusammen, welchen Köder ihr benutzen wollt. Tauwurmbündel werden oft auf Einzelhaken aufgezogen; für größere Köderfische wie Karpfen braucht ihr Drillinge. Verhakt den Haken gut im Maul des Köderfischs, um Stabilität zu gewährleisten. Wichtig ist natürlich, dass auch der Haken einiges aushalten muss. Achtet unbedingt auf die Qualität des Hakens und weniger auf den Preis. Die meisten Angelfachgeschäfte bieten eine gute Auswahl an geeigneten Wallerhaken an.

Extra: Wallerholz

Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim Wallerholz um ein längliches Stück Holz, das speziell beim Welsangeln eingesetzt wird. Es kommt beim aktiven Angeln vom Boot zum Einsatz und dient dazu, die Welse anzulocken, damit sie an die Oberfläche steigen. Das Wallerholz wurde in Ungarn entwickelt und existiert schon seit mehreren hundert Jahren. Man benutzt es dergestalt, dass man in einem bestimmten Rhythmus auf die Wasseroberfläche schlägt. Dadurch wird ein Plopp-Geräusch erzeugt, das die Welse anlocken soll.

Wie ihr bereits wisst, handelt es sich beim Waller um einen eher mäßig aktiven Fisch. Normalerweise liegt er viel am Grund und versteckt sich dort in Bodenlöchern. Durch das Plopp-Geräusch soll er in Beißlaune gebracht und dazu motiviert werden, an die Oberfläche zu steigen. Und das funktioniert auch: Der Wels besitzt ein sehr empfindliches Gehör und kann besonders gut Geräusche wahrnehmen, die von über der Wasseroberfläche stammen. Warum genau er sich anlocken lässt, ist allerdings unklar. Eine Erklärung ist natürlich, dass der Wels einen Futterfisch vermutet und deswegen an die Oberfläche steigt. Eine andere weit verbreitete Theorie besagt, dass durch das Klopfen der Futterneid des Tieres ausgenutzt wird. Der Waller hört den Plopp, vermutet einen Rivalen und steigt nach oben, um ihm seine Beute streitig zu machen. Wie dem auch sei – das Entscheidende ist, dass er überhaupt an die Oberfläche gelockt wird und ihr ihn leichter fangen könnt.

Das Klopfen mit dem Wallerholz ist eine Methode, die bei erfahrenen Anglern sehr beliebt ist. Um es effektiv einsetzen zu können, braucht ihr etwas Übung. Am Anfang kann es euch durchaus passieren, dass ihr den Fisch erschreckt und verjagt, statt ihn anzulocken. – doch verliert nicht den Mut! Das Holz sollte perfekt in der Hand liegen, damit ihr schöne und gleichmäßige Töne produzieren könnt – wichtig sind der korrekte Winkel und auch der Rhythmus beim Klopfen, damit ein optimales Plopp-Geräusch entsteht. Dann steigt der Wels an die Oberfläche, ihr könnt ihn ködern und ihn mit Hilfe des Wallergriffs über die Reling ziehen.

Wallergriff

Da der Wels aufgrund seiner stattlichen Größe in keinen Kescher passt, müsst ihr ihn mit dem sogenannten Wallergriff aus dem Wasser ziehen. Der Wallergriff ist eine bewährte Methode, um die großen und schweren Fische zu landen. Dazu greift ihr mit den Fingern hinter die Zahnplatte des Unterkiefers und drückt gleichzeitig mit dem Daumen von unten gegen den Unterkiefer. Dadurch könnt ihr Druck aufbauen und den Fisch hochheben. Wenn ihr vom Boot aus angelt, könnt ihr ihn dann über die Reling ins Boot gleiten lassen. Bitte achtet darauf, ihn nicht mit der Bauchseite über die Bordwand zu ziehen – hierbei kann sich der Fisch innere Verletzungen zuziehen.

Angeln auf Waller

Außerdem raten wir euch dringend dazu, euch Landehandschuhe zuzulegen. Die Zähne des Wallers sind zwar nicht besonders scharf, aber sie können euch trotzdem die Haut aufschürfen. Landehandschuhe haben den zusätzlichen Vorteil, dass ihr den Fisch damit besser packen könnt.

Schonzeiten und Mindestmaß

Sobald ihr eure Ausrüstung zusammenhabt, geht es daran, euch ein geeignetes Angelgewässer auszusuchen und über die Köder nachzudenken, die ihr verwenden wollt. Beachtet bitte, dass es in manchen Gebieten Deutschlands eine Schonzeit und ein Mindestmaß gibt – und zwar nicht nur für die Waller, sondern auch für die möglichen Köderfische.

Fischereigesetz ist Ländersache, und so unterscheiden sich die Schonzeiten von Bundesland zu Bundesland. In Bayern beispielsweise sind die Welse gar nicht geschützt, und auch in Berlin gibt es zwar keine Schonzeit für Waller, dafür aber ein Mindestmaß von 75 cm. Zumindest, wenn ihr in Deutschland auf Wels fischen wollt, solltet ihr euch also im Vorfeld informieren.

Köder für das Welsangeln

Das Spektrum der Wallerköder ist ungewöhnlich groß. Das hängt mit dem abwechslungsreichen Speiseplan des Raubfisches zusammen. Außerdem spielt es natürlich eine Rolle, in welchen Gewässern ihr die Welse fangen wollt – so ist es zum Beispiel sinnvoll, in Seen mit Fischen zu ködern, von denen der Waller sich dort auch normalerweise ernährt. Trotzdem lässt sich natürlich nicht mit absoluter Sicherheit sagen, welcher Köder wie erfolgreich sein wird. Nehmt am besten verschiedene Köder mit und wechselt bei Bedarf.

Köderfische

Mit Fischen zu ködern, ist natürlich sinnvoll, denn Fische sind die Hauptnahrungsquelle der Waller. Es ist übrigens kein Problem, dass man dem Waller hierzulande tote Köderfische anbieten muss. Denn in der Strömung verhalten sich diese frei und beweglich und sind dadurch trotzdem für Raubfische attraktiv. Außerdem benimmt sich der Wels nicht wie der typische Raubfisch: Gerade Welse, die schon ein gewisses Alter erreicht haben, verlieren oftmals die Lust am Jagen. Auch in der Natur fressen sie Fische, die durch Verletzungen oder andere Ursachen zu Tode gekommen sind. Im Folgenden stellen wir euch zwei geeignete Köderfische vor.

Karausche

Bei der Karausche handelt es sich um einen karpfenähnlichen Weißfisch, der recht häufig als Wallerköder verwendet wird. Sie ist eng mit dem Giebel verwandt, weswegen auch Verwechslungsgefahr besteht. Wenn ihr die Karausche als Köder einsetzen wollt, ist es wichtig zu wissen, dass es für sie eine Schonzeit und ein Mindestmaß gibt. In Hessen und Rheinland-Pfalz ist das Fischen auf Karauschen sogar komplett verboten. Aus gutem Grund: In Deutschland wird die Karausche auf der Roten Liste gefährdeter Arten als stark gefährdet eingestuft. Das liegt daran, dass ihr Lebensraum bedroht ist – die Karausche bevorzugt kleine Tümpel und Standgewässer, Weiher und flache, stark bewachsene Seen. Während der letzten Jahre wurden diese Gewässertypen von Angelvereinen in Niedersachsen wieder verstärkt renaturiert oder neu geschaffen, damit die Karausche sich wieder vermehren kann.

Solltet ihr euch dennoch für die Karausche als Köderfisch entscheiden, habt ihr durch ihre karpfenähnliche Körperform die Möglichkeit, sie an den verschiedensten Montagen anzubieten. Im See bieten sich die Bojenmontage oder die Knochenmontage an, aber auch eine Oberflächenmontage ist denkbar. Im Fluss ist eine U-Posen-Montage erfolgversprechend, und Vertikalangeln, auf das wir später noch genauer eingehen, funktioniert in beiden Gewässertypen.

Giebel

Der Giebel ist die Wildform des Goldfisches und hat ebenfalls einen karpfenähnlichen Körperbau, weshalb er sich gut zum Angeln auf Welse eignet. Ein großer Vorteil ist, dass es für Giebel keine Schonzeiten und Mindestmaße gibt, das heißt, er ist ganzjährig einsetzbar. Da der Giebel stehende oder langsam fließende sommerwarme Gewässer bevorzugt, kommt er in Seen häufiger vor als in Flüssen. Deshalb ist es besonders, wenn ihr am See auf Waller angelt, sinnvoll, mit Giebeln zu ködern. Wenn ein Fluss ein hohes Aufkommen von Giebeln hat, funktioniert es auch dort. Informiert euch im Vorfeld über das Gewässer, in dem ihr angeln wollt, und richtet eure Köderwahl danach aus.

Ihr könnt entweder den ganzen Giebel als Köderfisch benutzen oder ihn vorher in Fetzen schneiden. Diesen Fischfetzenköder könnt ihr dann am besten an einer Festbleimontage anbieten. Besonders beim Welsangeln im Fluss hat sich diese Methode bewährt.

Tauwürmer

Der Tauwurm ist einer der ältesten und beliebtesten Welsköder überhaupt und so vielseitig einsetzbar wie kaum ein anderer Köder. Er ist sehr einfach in der Beschaffung: Entweder, ihr sammelt euch selbst welche, oder ihr bestellt sie online. Verwendet die Tauwürmer am besten als Wurmbündel von mindestens 25 Würmern, das ihr dann an den Haken montiert. Ob ihr einen Einzelhaken oder einen Drilling verwendet, ist dabei nicht so wichtig – wichtig ist nur, dass ihr die Spitzen freilasst, damit der Waller daran Halt finden kann.

Der Tauwurm schmeckt dem Wels besonders gut nach Hochwasser oder sehr starkem Regen. Ein Vor- und ein Nachteil zugleich beim Tauwurm ist, dass er auch anderen Fischen schmeckt. So sind einerseits Beifänge von großen Karpfen möglich, andererseits hängen manchmal aber auch Barsche am Haken – und ihr wollt doch große Fische fangen.

Blutegel

Blutegel erfreuen sich – zumindest bis jetzt – als Köder für Waller noch keiner allzu großen Beliebtheit. Aber es lohnt sich definitiv, mal über ihren Einsatz nachzudenken. Sie sind sehr zäh und können nach einem Fehlbiss oder sogar nach einem erfolgreichen Fang am Haken belassen werden. Außerdem schwingen sie am Haken, was der Waller als attraktiv empfindet. Ihr könnt die Blutegel entweder online kaufen oder in der Apotheke bestellen. Nach der Lieferung leben sie noch etwa zwei Monate.

Tintenfisch

Ja, ihr habt richtig gelesen: Auch Tintenfisch lässt sich gut als Welsköder verwenden, und zwar sowohl in stehenden als auch in fließenden Gewässern. Tintenfischtuben können einem Wurmbündel ähnlich sehen und sind ganz einfach im Supermarkt zu bekommen. Kauft sie am besten mit Innereien, taut sie auf und lasst sie zwei Tage liegen oder sogar länger. Die Duftstoffe, die sich dabei entwickeln, wirken anziehend auf den Waller. Mit Hilfe einer Boje könnt ihr die Tintenfische auf nahezu jeder Wassertiefe positionieren.

Leber oder Hühnerinnereien

Das Ködern mit Leberstreifen oder Innereien ist eine beliebte Alternative zum Angeln mit Köderfisch. Ihr könnt dazu Rinder-, Schweine- oder Geflügelleber verwenden, die ihr ebenfalls im Supermarkt bekommen könnt. Ähnlich wie beim Tintenfisch lasst ihr sie dann auftauen und – am besten in einem Eimer – zwei Tage lang stehen, damit sich die Duftstoffe entwickeln können. Wenn ihr die Leber in Streifen schneidet, hat das den Vorteil, dass sich der Köder in der Strömung schön bewegt und den Waller damit anlockt. Ihr könnt auch Leberstreifen mit Tauwürmern kombinieren. So kann der Köder bis zu fünf Stunden lang im Wasser bleiben. Hier empfehlen wir die U-Posen-Montage oder die Festbleimontage.

Boilies

Auch Boilies eignen sich hervorragend als Köder für Welse. Boilies sind Teigkugeln, die vor allem zum Angeln auf Karpfen eingesetzt werden und mit verschiedenen Aromastoffen angeboten werden. Der Wels besitzt einen ausgeprägten Geruchssinn. Wenn man Aromen wählt, die der Wels von seiner natürlichen Nahrung her kennt – wie zum Beispiel Fisch, Muscheln oder Leberextrakt – sind Boilies ein vielversprechender Wallerköder.

Besonders sinnvoll ist es, Boilies in Gewässern einzusetzen, in denen viel auf Karpfen geangelt wird. Denn dort hat der Wels diese ungewöhnliche Nahrungsquelle bereits als Beute akzeptiert, was eure Chancen natürlich erhöht. Ein weiterer Vorteil der Boilies ist, dass sie den Beifang kleiner Fische reduzieren. Denn sie sind murmel- bis golfballgroß und passen somit nicht in jedes Fischmaul.

Ihr könnt die Boilies entweder im Fachhandel bestellen oder sie mit Hilfe unseres Rezepts selbst zubereiten.

Fangmethoden für das Welsangeln

Besondere Fische erfordern besondere Maßnahmen. Die gängigsten Methoden zum Welsangeln sind sicherlich das Ansitzangeln vom Ufer und das Ansitzangeln vom Boot. Da sich der Waller gern am Grund aufhält, erfreut sich aber auch das Vertikalangeln zunehmender Beliebtheit, auf das wir hier genauer eingehen wollen.

Wels angeln

Vertikalangeln

Das Vertikalangeln vom Boot ist eine Angeltechnik, die beim Fischen auf Hecht oder Zander zwar schon seit längerem eingesetzt wird, beim Angeln auf Wels jedoch relativ neu ist. Trotzdem erfreut sie sich zunehmender Beliebtheit. Denn die Tatsache, dass der Fisch sie noch nicht kennt, ist natürlich von Vorteil. Außerdem ist das Vertikale Angeln eine Methode, die dem Charakter des Fisches sehr entspricht.

Das Vertikale Angeln unterscheidet sich vom Ansitzangeln vom Boot dadurch, dass sich die Rute, die Angelschnur und der Köder in einer senkrechten Linie untereinander befinden – vertikal eben. Das heißt, dass zwischen den einzelnen Komponenten der Anordnung eine direkte Verbindung nach unten besteht. Das erlaubt, den Köder in Grundnähe zu präsentieren – was dem Waller im wahrsten Sinne des Wortes entgegenkommt. Denn der Wels hält sich gern auf dem Grund auf und überwintert auch dort. Deswegen ist die Methode des Vertikalen Angelns besonders in der kalten Jahreszeit erfolgversprechend. Der Waller ist außerdem ein opportunistischer Raubfisch, was bedeutet, dass er mit Vorliebe das erbeutet, was leicht zu haben ist.

Beim Vertikalangeln wird der Köder hüpfend über den Boden geführt. Hierzu eignen sich beispielsweise handlange Karpfenfische wie der oben beschriebene Giebel. Die beste Strategie beim Angeln mit Naturköder ist es, den Köder zu Grund zu lassen und ihn sofort wieder um ca. 30 cm anzuheben. Dort wird er dann zwischen 5 und 15 Sekunden gehalten und der Vorgang beliebig oft wiederholt – bis der Fisch gebissen hat. Diese Methode eignet sich für beide Gewässertypen, in denen der Wels heimisch ist. Beim Welsangeln in Flüssen ist das Vertikale Angeln allerdings ein bisschen einfacher, denn durch die Strömung bleibt der Köder automatisch in Bewegung und man muss nicht so viel machen. Ein Tipp: Je langsamer ein Fluss fließt, desto schneller sollten die Bewegungen des Köders ausfallen. Achtet darauf, dass eure Bewegungen harmonisch sind, damit sie für den Waller attraktiv aussehen.

Welsangeln

Montagen

Die Wahl der richtigen Montage hängt vom Köder ab und davon, in welchem Gewässer ihr dem Wels nachstellen wollt. Wir stellen im Folgenden zwei Montagen vor, die sich beim Welsangeln bewährt haben.

U-Posen-Montage

U-Posen-Montage

Die Unterwasserposenmontage, kurz U-Posen-Montage, ist wohl diejenige Montage, die für das Welsangeln am häufigsten eingesetzt wird. Sie eignet sich am besten für das Angeln in Fließgewässern, und ihr könnt sie vom Boot oder vom Ufer aus einsetzen.

Die U-Posen-Montage ist grundsätzlich wie eine normale Grundmontage aufgebaut, nur dass man auf das Vorfach eine U-Pose aufzieht, die als Auftriebskörper fungiert. Der Witz an der U-Posen-Montage ist, dass der Köder durch die Pose zum Schweben gebracht wird. Ihr solltet daher darauf achten, dass eure Pose eine entsprechende Tragkraft besitzt und das Gewicht des Köders und das der Pose exakt aufeinander abgestimmt sind.

Die Montage flattert in der Strömung nur knapp über dem Grund, was auf den Waller sehr attraktiv wirkt. Außerdem werden die Posen mit eingebauten Rasselkugeln verkauft, was den Wels, der ja ein gutes Gehör hat, zusätzlich reizt.

Wichtig ist, dass ihr mit der U-Posen-Montage nur stromabwärts fischen solltet, damit der Köder sich optimal bewegen kann.

Laufblei-Montage

Laufblei-Montage

Laufblei-Montage

Auch die Laufblei-Montage ist speziell konzipiert für das Angeln auf Grund und hat sich beim Fischen auf Waller sehr bewährt. Hierbei wird der Köder dem Zielfisch entweder am Grund des Gewässers oder knapp darüber angeboten. Er wird mit Hilfe eines Gewichts – dem Blei – am Boden gehalten, damit er nicht an die Oberfläche steigen kann und davongetragen wird. Dadurch, dass das Blei die Montage am Grund hält, kann die Strömung ihr also nichts anhaben.

Die Laufblei-Montage besteht aus einem Vorfach und dem Bleigewicht. Dazwischen platziert man eine Perle, die das Verrutschen des Bleis verhindert. Wichtig ist, dass sich das Blei auf der Hauptschnur frei bewegen kann. Dadurch kann der Waller den Köder nehmen und daran ziehen, ohne den Widerstand des Bleis zu spüren. Die Erklärung dafür, dass diese Montage beim Welsangeln gut funktioniert, ist simpel: Da der Wels sich gern in Grundnähe aufhält, servieren wir ihm mit der Laufblei-Montage den Köder direkt auf dem Silbertablett.

Wir wünschen euch viel Erfolg beim Welsangeln. Wenn Ihr Fragen und Verbesserungsvorschläge habt oder so selbstlos seid und eure geheimen Tricks teilen wollt, dann hinterlasst einen Kommentar. Wir freuen uns auf Anregungen.

Welsangeln – Tipps und Tricks für große Fänge
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