Stippfischen ist der ideale Einstieg ins Angeln und macht auch Profis riesigen Spaß. Das Schöne ist nicht nur, dass man relativ wenig Ausrüstung braucht, sondern auch in den meisten Fällen schnell einige Bisse hat. Wer jetzt denkt, die kleinen Friedfische,die man beim Stippfischen fängt, kann der Autor behalten, der irrt sich. Mit der Stippe kann man sogar auf Hecht angeln. Wir sehen uns heute an, welche Formen des Stippfischen es gibt, wie man die Montage durchführt, welche Ausrüstung man braucht und zeigen am Ende noch einige Videos. Bei Fragen oder Kritik freuen wir uns auf einen Kommentar.

Stippfischen die Technik

Was ist Stippangeln?

Es gibt wohl keine Angelmethode, welche mehr dem klassischen Wurm-Rute-Klischee entspricht als die vom Stippfischen. Es ist neben dem Handangeln die wohl leichteste Art und Weise vom Posenangeln, welche eigentlich in der Theorie wenig Ausrüstung braucht. Um es nicht zu wissenschaftlich zu machen: man hat eine Stippe, welche entweder zerlegbar ist oder teleskopierbar – zweiteres ist meistens der Fall. An dieser Angelrute wird ein langes Vorfach mit Pose, Blei und Haken befestigt. Als Köder werden Naturköder genutzt. Überwiegend wird auf Friedfische geangelt. Man kann die Stippe aber auch in Kombination mit einem Köderfisch oder Fischfetzen zum Raubfischangeln nutzen. Übrigens ist Stippfischen nicht irgendeine Angelmethode für Anfänger und Hobby-Angler, inzwischen gibt es sogar zahlreiche Wettbewerbe für professionelle Stippfischangler.

Wichtig beim Stippfischen

Schön ist beim Stippfischen, dass es direkt ist. Man hat nicht hunderte Meter Schnur zwischen sich und dem Köder und kann die Montage optimal kontrollieren. Man sollte lediglich darauf achten, dass das Wasser nicht zu tief ist und die Strömung sich im Rahmen hält. Denn wenn das Vorfach nicht lang genug ist, dann kommt man nicht zur gezielten Köder-Präsentation. Wenn starke Strömung herrscht, dann kämpft die vergleichsweise leichte Pose die ganze Zeit gegen das Wasser an. Und noch ein Problem entsteht: die Drift reißt den köder mit und lässt ihn nicht absinken. Die meisten Stippfischer angeln mit unterschiedlichen Rutenlängen vom Ufer. Gern gewählte Fisch-Hotspots sind Seerosenfelder. Geangelt werden kann in Flüssen, Seen und Kanälen.

Köder Stippfischen

Große Fische

Gerade beim Stippfischen auf Köderfisch geht es manchmal an einem guten Tag mit den Fängen wie am Fließband. Wer lange Zeit keinen Fisch am Haken hat, der sollte entweder mal den Köder wechseln und die Montage kontrollieren oder eine neue Stelle zum Angeln wählen. Ärgerlich wird es, wenn man auf kleine Fische angelt und große beißen, denn man ist beim Drill auf die Länge des Vorfachs beschränkt. Wenn die Schnur nicht stark genug ist, man nicht mehr Schnur geben kann, dann kann es mit einem Abriss enden.

Gemütlich machen

Auch wenn beim Stippfischen oft ein Fisch beißt und man dann alle Hände voll zu tun hat, heißt es in der Zwischenzeit es sich gemütlich zu machen und die Aussicht zu genießen. Die angenehmste Position erhält man aus meiner Erfahrung, wenn man sich leicht seitlich zum Wasser hinsetzt und die Rute über das Knie legt, das Ende wird mit dem Unterarm gestützt. Dadurch holt man das Optimum aus der Stippruten-Länge und hat trotzdem eine angenehme Körperhaltung.

Stipprute

Auswerfen

Das Auswerfen beim Stippfischen ist keine Raketenwissenschaft. Mit einem gezielten Schwung landet man die Montage am gewünschten Ort. Die meisten Anfänger haben die Technik nach zwei bis drei Würfen raus. Man kann hier nicht viel falschmachen, wie beispielsweise mit einer Angelrolle eine Perücke zaubern. Man sollte nur darauf achten, dass man um sich herum genügend Platz hat und auch bei Auswurf umsichtig ist, vor allem mit Sträuchern und Ästen. Wenn das Wasser sehr klar ist und ihr einen schönen sonnigen Tag habt, dann solltet ihr nicht direkt unter der Rutenspitze angeln, da alleine der Schatten der Rute euch an die Fische verraten könnte.

Gezielter Anschlag

Wie hart der Anhieb sein muss, kann man nicht verallgemeinern. Das hängt davon ab, welche Fischarten beißen und ob man mit oder ohne Gummi angelt. In der Montage sehen wir uns das Wettkampfgummi noch genauer an. Wer eine gewöhnliche Spitze verwendet, der kann kleine Fische bereits mit einem leichten Ziehen aus dem Handgelenk haken. Beim Stippfischen mit Gummi muss man beachten, dass dieses sich dehnt, daher wird der Anschlag stärker gesetzt. Der Anschlag erfolgt immer mit der Rutenspitze nach oben.

Das korrekte Landen

Mit einer normalen kleineren Stippe kann man, sofern ein Fisch gebissen hat, den Anschlag setzen und ihn ziemlich einfach aus dem Wasser holen. Da große Ruten teilweise über 16 Meter lang sind, wird es hier schon schwieriger. Wer mit einer Kopfrute (unberingter Stippe) angelt, der kennt das Problem: den Wind. Wenn es besonders windig ist, dann macht das Angeln mit der Kopfrute nur bedingt Spaß. Auch die Bruchgefahr der Stippe steigt proportional.

Damit man mit einer langen Stippe den Fisch ohne Mühe sicher landen kann, wird die Stippe Stück für Stück nach hinten geführt. Hierbei gilt es, nicht in hastige Panik zu verfallen, sondern ruhig und gleichmäßig zu arbeiten. Ansonsten kommt es schnell vor, dass man dem gehakten Fisch das Maul ausschlitzt. Um weiter im Blick zu haben, wohin der Fisch flüchtet, sollte man die Rutenspitze über dem Wasser halten.

Es gibt Stippruten, die kann man auseinander nehmen. Wenn ein großer Fisch gehakt ist, dann wird die Rute nach und nach abmontiert, bis der Fisch bei einem ist. Diese Variante ist aber nur bei besonders langen Modellen der Fall. Man kann auch eine Teleskoprute nach und nach zusammenschieben. Große Fische werden im Wasser bis zum Land gezogen und nicht wie eine kleine Plötze an Land geschleudert 🙂 (liebevoll geschleudert). Daher ist es sinnvoll für kapitale Fische einen Kescher parat zu haben. Wer ein Gummi nutzt, der sollte auch kleine Fische keschern, da sich ansonsten das Gummi zu sehr dehnt.

Hauptfehler zu gemütlich

Man sieht öfter Stippfischer, die die gesamte Rute aufs Wasser legen. Davon kann man nur abraten, da man bei einem Biss nicht ausreichend Zeit hat, die Rute zum Anschlag zu heben und wenn der Fisch sich nicht selber hakt, ist er in der Regel weg. Wenn etwas Wind aufkommt, kann aber dennoch der vordere Teil der Rute für eine Zeit lang, bis der Wind sich entspannt hat, abgetaucht werden. Allerdings muss man damit rechnen, dass es bei klarem Wasser die Fische abschrecken wird.

Mit Anfüttern die Chancen erhöhen

Auch wenn es nicht immer notwendig ist, kann es teilweise sinnvoll sein, eine schöne Futtermischung zu machen und gezielt anzufüttern. Wem die guten Futtermischungen aus dem Angelmarkt zu teuer sind, der kann ein einfaches Hausrezept versuchen und folgende Zutaten miteinander mischen: Paniermehl, Zucker und als Lockstoff Curry oder Zimt. Hier ist die Futterschleuder gängige Praxis. Es gibt aber auch spezielle Körbe, welche vorne an der Stippe befestigt werden, ähnlich einem Futterkorb beim Feedern, nur dass man das Futter schon an der Oberfläche frei gibt. Man sollte aber auch hier darauf achten, wo man anfüttert. Die Rotfeder beispielsweise holt sich ihre Nahrung überwiegend von der Wasseroberfläche, der Brassen vom Grund. Hiernach richtet sich auch, wie die Pose eingestellt wird, ob nahe der Oberfläche oder zum Grundangeln.

Einige Angler sind der Meinung, dass man mit der Stippe nicht auf Grund gehen kann, doch in der Praxis tun es viele, sofern das Wasser nicht zu tief ist. Damit die Hände beim Anfüttern frei für die Futterschleuder sind, kann man einfach die Stipprute zwischen Bauch und Oberschenkel halten. In der warmen Jahreszeit haben die Fische deutlich mehr Hunger als im Winter. Wer im Winter angeln will, der sollte die Stipprute Zuhause lassen.

Rotfeder

Welche Fischen beißen beim Stippen?

Beim Stippfischen kann man, wie erwähnt, nicht nur Friedfischen nachstellen. Häufige Zielfische sind:

Die meisten Stippangler beschränken sich auf die kleineren Fische, aber ein Drill mit einem Hecht oder dem Karpfen an einer Stippe ist schon etwas Besonderes.

plötze angeln

Plötze angeln mit Stipprute

Stippfischen Ausrüstung und Zubehör

Eigentlich könnte das Stippfischen die Angelmethode mit der kleinsten Ausrüstung sein, doch man sieht immer wieder Angler, die LKW-weise ihre Utensilien an den Angelplatz karren. Wenn man genauer nachfragt, was wofür benötigt wird, scheint jeder Gegenstand begründet. Aber Hand aufs Herz: es gibt ja auch beim Stippen jede Menge Ruten und Methoden. Daher bringt jeder mit, was er braucht. Und gerade Material zum Anfüttern ist oft der Schlüssel zum Erfolg.

Die richtige Stippe

Bei den Angelruten Arten unterscheidet man zwischen der normalen Stipprute, welche keine Rolle und keine Ringe hat und der Bologneserrute. Die Bologneserrute ist eine Sonderform der Stippe. Sie hat Ringe an der Rute und meistens einen Klapprollenhalter. Eine typische Länge liegt zwischen 4 und 8 Meter. Die Spitze der Rute ist sehr sensibel und das Rückgrat ist stark. Mit leichten Ruten fängt man Friedfische wie Ukelei, Rotauge, Rotfeder, kleine Karpfen, Brassen und mit schweren Stippen Raubfische wie beispielsweise Zander und Barsch.

Die Bologneserute ist gerade wegen ihrer Vielseitigkeit beliebt. Zu einer Steckrute greift man, wenn man mit verkürzter Montage angelt. Hierbei ist die Montage deutlich kürzer als die Stippe, so dass man die Rute zwangsläufig zerlegen muss, um an den Haken zu kommen. Stippruten beginnen bei 2 Meter Länge und können eine Gesamtlänge von 16 Meter erreichen.

Stippen für Anfänger

Eine lange Stippe kostet auch Einiges an Geld, daher sollte man bei den Eigenschaften und der Qualität genau hinsehen. Am Preis zu sparen ist aber kein Grund zu Glasfaser zu greifen. Dieses Material wird kaum noch verbaut und hat bei weitem nicht die Qualität einer Kohlefaser-Stippe. Wer intensiv Stippfischen geht und nicht nur auf kleine Köderfische, der sollte auf jeden Fall eine Stippe mit einer Länge von 9 Metern wählen. Ruten ab 15 Metern sind ziemlich schwer und nicht gerade leicht zu handhaben.

Wer nur ein paar Köderfische am Seerosenfeld angeln will, der kommt mit einer relativ kurzen Stippe zurecht. Je leichter die Stippe ist, desto weicher ist sie in der Regel auch. Wer die Qualität einer Rute testen will, der guckt sich zuerst  das Gewicht und dann die Stabilität an. Eine sehr gute Rute wiegt wenig, aber hat einen hohen Härtegrad. Übrigens ist Kohlefaser nicht nur leicht und sehr stabil, sondern leider auch besonders leicht zu brechen. Hier sollte man auf seine Ausrüstung gut aufpassen und immer einen aufgeräumten Angelplatz haben.

Stippfischen Montage

Die Stippangeln-Montage ist eigentlich ziemlich simpel. Wenn man beispielsweise kleine Friedfische angeln möchte, dann wählt man folgende Kombination:

  • Hauptschnur monofil 0,14 bis 0,16
  • Stipppose 1-2 g
  • Schrotblei (Tragkraft der Pose austarieren)
  • Vorfach 0,10 bis 0,12
  • Hakengröße 10-12

Beim Stippfischen nehmen wir eine monofile Schnur. Durch die Dehnung der monofilen Schnur wird die Flucht der Fische deutlich besser abgefedert. Mehr über Angelschnur erfahrt ihr im passenden Ratgeber. Beim Blei könnt ihr ruhig mehr einzelne Gewichte nehmen als auf der Grafik dargestellt. Es ist durchaus sinnvoll, beim Stippen nicht nur ein fertig mit Pose montiertes Vorfach dabei zu haben, sondern gleich zwei bis drei vorzubereiten, falls man mal einen Hänger hat. Bei der Pose sollte man beachten, dass je stärker Wind und Strömung sind, desto mehr Tragkraft bei der Pose gewählt werden sollte.

Es gibt auch noch eine weitere Montagemöglichkeit. Angeln mit dem Wettkampfgummi, habe ich persönlich noch nicht ausprobiert. Hierbei wird ein Gummi über das erste oder die beiden ersten Spitzenteile der Rute gezogen. Diese Methode wird immer beliebter.

Stippfischen Montage

Stippfischen Köder

Man beschränkt sich beim Stippfischen zwar auf Naturköder, aber auch hier gibt es einiges an Auswahl. Die beliebtesten Köder sind:

  • Würmer – Tauwurm, Rotwurm, Mistwurm
  • Maden – Caster
  • Brot
  • Teig
  • Mais
  • Hanf
  • Köderfisch

Die häufigsten Fehler beim Stippangeln

Viel falsch machen kann man beim Stippfischen eigentlich nicht, aber zwei Anmerkungen habe ich noch. Eines der ärgerlichsten Dinge, die einem beim Stippfischen passieren können, ist, dass die Rute bricht. Einige Angler heben die Kopfrute vom oberen Drittel hoch. Da hat die lange Rute keine Chance. Außerdem sollte man seine Ausrüstung pflegen. Wenn Sand in die Steckverbindungen der Stippe gelangt, dann wird die Rute beschädigt. Hier kann man die Rute einfach eine Hand tief ins Wasser halten und alle Teile gleiten wieder sauber rein.

Stippangeln Videos

Natürlich dürfen wie immer interessante Video-Empfehlungen nicht fehlen.

Stippfischen für Anfänger – Ausrüstung, Montage und Videos
4.3 (86.67%) 6 vote[s]