Nachdem unser Beitrag über das Spinnfischen so gut ankam, gucken wir uns heute das Schleppangeln an. Der ein oder andere kennt diese Angeltechnik wahrscheinlich auch unter dem Begriff Trolling. Hierbei wird ein Köder mit der Angelrute hinter dem Boot hergezogen. Dadurch ist man in der Lage, den Köder an vielen Orten realistisch zu präsentieren. Alle Angelmethoden haben ihren eigenen Charme, was am Schleppangeln besonders reizt, sehen wir uns im Folgenden an. Dabei legen wir nicht nur unser Augenmerk auf die richtige Ausrüstung, sondern auch auf die Montage und das Vorgehen auf spezielle Zielfische wie den Hecht. Wer bereits Erfahrungen mit dem Schleppangeln hat und unseren Ratgeber ergänzen will, der ist herzlich eingeladen einen Kommentar zu hinterlassen.

Viele gute Gründe zum Schleppangeln

Reichweite

Wer weiß wo die dicksten Fische stehen? Natürlich der mit dem Echolot, der mit der Erfahrung, oder der, der den ganzen See abgeschleppt hat. Natürlich gibt es noch mehr Gründe für das beliebte Schleppangeln. Gerade am Meer macht das Schleppangeln besonders viel Spaß. Ihr seid hierbei in der Lage, relativ schnell große Wassergebiete nach kapitalen Fischen abzusuchen. Man kann zwar auch vom Ufer aus beispielsweise mit einem Search-Rig größere Bereich absuchen, aber ist hier natürlich sehr eingeschränkt und muss mit deutlich mehr Anstrengung rechnen.

Vielseitigkeit

Wer jetzt denkt, Schleppangeln sei nur am Meer mit viel teurer Ausrüstung möglich, den kann ich beruhigen. Man kann das Schleppangeln in unglaublich vielen Varianten betrieben. Dabei reicht oft schon ein Ruderboot oder Kanu und man kann sogar das Posenangeln mit dem Schleppangeln kombinieren. Nicht einmal einen Rutenhalter braucht man zwangsläufig, denn auch das Freihandangeln ist beim Schleppen möglich.

Flexibilität

Beim Uferangeln ist man entweder dazu verdammt, weite Strecken zu laufen und viel Ausrüstung zu schleppen oder an einem Ort festzusitzen. Da ist man mit einem Boot deutlich flexibler und kann in aller Ruhe und ohne viel Schweiß für Fußangler unerreichbare Stellen ansteuern.

Viele Zielfische

Man kann mit dem Schleppangeln eigentlich fast jeden Räuber an den Haken bekommen. In unseren heimischen Gewässern wären das beispielsweise:

Wer für den nächsten Angelurlaub ein bisschen weiter fährt, der hat natürlich noch deutlich mehr Zielfische wie zum Beispiel:

  • Pollack
  • Thunfisch
  • Marlin
  • Barrakuda
  • Heilbutt

schleppfischen marlin

Schleppangeln Ausrüstung

Wie schon erwähnt, braucht man, um mit dem Schleppangeln zu starten, nicht sehr viel Ausrüstung, ihr müsst euch nicht mal eine spezielle Schleppangel kaufen. Aber wer Blut geleckt hat, der sollte sich schon mit der Zeit ein schönes Equipment zulegen und auch mal vom Kanu auf ein Motorboot umsatteln. Alle Ausrüstungsgegenstände, die einem helfen, sehen wir uns jetzt an.

Rutenhalter

Bevor wir uns die Schleppangeln ansehen, sei noch gesagt, dass gerade auf einem Motorboot ein Rutenhalter äußerst praktisch ist. Er befreit nicht nur die Hände, sondern versetzt einen in die Lage, dass man mit mehreren Ruten gleichzeitig fischen kann. Bei den Rutenhaltern gibt es enorme Qualitätsunterschiede. Viele Rutenhalter halten nicht richtig und die Angel ist gerade bei starker Belastung und regelmäßiger Nutzung nicht ausreichend gesichert. Gerade bei Downriggern ist ein starker Halt der Rute zwangsläufig notwendig. Ein anderer Fall ist, dass die Rutenhalter zu fest sitzen und man beim Biss nicht schnell genug anschlagen kann. Auf folgende Punkte sollte man achten:

  • leicht zu montieren
  • Ort der Montage
  • sicherer Halt
  • schnell abzubauen
  • schnelle Entnahme der Angelrute

Echolot beim Schleppangeln

Einen Beitrag zum Angeln mit Echolot haben wir bereits geschrieben. Auch beim Schleppfischen ist ein Echolot von Vorteil. So kann man sich nicht nur viele Kilometer und Zeit sparen, sondern, wenn man in einem interessanten Gebiet fährt und es keinen Biss gab, nochmal wenden und das Glück auf die Probe stellen. Man findet schnell die besten Strukturen unter Wasser und bekommt zuverlässig die aktuelle Tiefe angezeigt. Welche Arten von Echolot es gibt und wie man mit ihnen umgeht, lest ihr in unserem Ratgeber.

Echolot Angeln

Angeln mit GPS

Spätestens seit dem Angeln mit dem Deeper weiß auch der Ruderbootfahrer, wo er sich gerade auf dem Wasser befindet. Das Rumärgern mit Bojen, Karten und Kompass war gestern. Mit einem GPS-Gerät kann man beim Angeln nicht nur auf den ganzen anderen Quatsch verzichten, sondern sich gezielt auf dem Wasser bewegen. Modelle mit Speicherfunktionen, auf denen man die Fischbewegung, Tageszeit, Jahreszeit und Temperatur markieren und speichern kann sind natürlich fortgeschritten und sehr nützlich. Günstige und gute Modelle gibt es bereits für unter 100 Euro. Wer nichts ausgeben will und ein Android-Handy besitzt, kann sich besondere Stellen und den Wegverlauf mit OsmAnd anzeigen lassen. Diese App hat nicht nur enorme Kartenressourcen, sondern kostet nichts und macht viel Laune. Es gibt noch viele andere Apps, teilweise auch kostenpflichtig. Für Android unter anderem: Carpigate, Fishing Points

Für das iPhone kann ich es leider nicht sagen, da ich kein Apfel-Nutzer bin 🙂 Aber ich habe mir von Apple-Fanatikern sagen lassen, dass es hier noch mehr perfekte Apps geben soll.

Die Königsklasse ist natürlich eine Kombination aus Echolot und GPS oder für den kleineren Geldbeutel das GPS Sonar Deeper Pro+. Der Nutzen ist umstritten, dennoch muss ich sagen, dass der Deeper äußerst zuverlässig Unterwasserstrukturen anzeigt und in der Regel auch die GPS Funktion einwandfrei funktioniert. Die angezeigten Fische sind natürlich nicht immer Fische und die Stärke des Sonars ist auch begrenzt, aber es ist eine günstige Alternative und angenehmerweise auch zum Angeln vom Ufer aus geeignet.

Angelrolle

Natürlich darf auch beim Schleppangeln die Angelrolle nicht fehlen. Auch hier hat man neben der großen Auswahl der Hersteller erstmal eine Wahl des Modells zu treffen. In Frage kommen Multirollen und stationäre Rollen. Die Multirollen sind beim Schleppen deutlich angenehmer in der Führung. Aber sehen wir uns die zwei Rollenarten einfach einmal im Detail an.

Multirollen

In Kombination mit einer geflochtenen Schnur hält die Multirolle auch bei starken Bedingungen stand. Baitcaster-Rollen sind besonders stabil. Wer mehr über die Baitcaster lesen will, der folgt dem Link. Mit der Multirolle kann man sehr gut und kontrolliert Schnur geben und den Köder auf den richtigen Abstand oder die passende Tiefe bringen. Dazu muss man nur den Freilauf richtig einstellen. Man aktiviert den Freilauf und durch Wasserwiderstand und Köder zieht sich die Schnur von alleine ab. Das macht man so lange, bis man genug hat. Achtung, dass der Freilauf nicht zu stark ist, ansonsten wickelt sich zu viel Schnur ab und ihr habt eine Perücke. Wie der richtige Abstand und die richtige Tiefe ist, klären wir noch. Vergesst nicht die richtige Bremsstärke für den Drill auszuwählen, ansonsten zerfetzt ihr beim Biss dem Fisch das Maul. Die beste Methode ist langsam anzufangen und Stück für Stück fein zu justieren.

Stationärrollen

Das Schleppangeln mit stationären Rollen ist sehr mühselig, da man den Bügel umklappen muss und die Belastung für die Rolle sehr stark ist. Auch das Ergebnis beim Einholen ist nicht immer sauber beim Schleppfischen. Beim Ablassen der Schnur verhakt sich die Konstruktion bei günstigen Rollen auch gerne mal. Wer das nötige Kleingeld für eine Multirolle hat, der sollte es auch investieren. Gerade wenn man mehrere Ruten betreut, kann es mit der Stationärrolle schnell anstrengend werden.

Schleppangeln Barrakuda

Rute

Bei einer Schlepprute sollte man darauf achten, dass sie sehr hart ist und nur eine leichte Aktion in der Spitze hat. Wer eine zu leichte Spitze wählt, der wird als Ergebnis eine unschöne Köderaktion haben.Eine harte Rute sorgt auch dafür, dass der Fisch besser gehakt wird. Wer allerdings ein zu harte Angelrute wählt, der riskiert bei einer Flucht vom Fisch, dass die Bewegung vom Fisch nicht abgefedert wird und in der Regel das Fischmaul bei Ausschlitzen verletzt wird und verloren ist.

Als nächstes muss man gucken, wo man Schleppen will. Denn die Ausrüstung wird in Salzwasser viel stärker belastet als bei reinem Angeln im Süßwasser. Auch die Ringe werden beim Schleppen, ganz gleich an welchem Gewässer, ständig belastet. Daher sollte sie qualitativ hochwertig und stabil sein. Früher hatten die Schleppruten-Ringe nur aus Keramik, inzwischen ist man dazu übergegangen Edelstahlringe zu nutzen. Schlechte Ringe machen nicht lange Freude und die Schnur bricht sehr viel schneller.

Wer eine Rute für einen Sideplaner braucht und ein Brettchen nutzt, der sollte ein starkes Geschirr wählen, da hierbei ein enormer Zug aufgebaut wird. Sideplaner Ruten haben meistens eine Länge zwischen zwei und drei Metern. Beim Downrigger nehmt ihr eine kürzere Rute, eine Länge von 2,5 m ist ein gutes Maß. Sobald der Downrigger Spannung aufbaut, biegt sich die Angelrute im großen Bogen. Downrigger-Ruten zeichnen sich durch ein sehr weiches Oberteil aus.

Schleppangeln Köder

Beim Köder hat man wie beim Spinnfischen eine große Auswahl. Wenn es zum Biss kommt, dann wird entweder der Motor ausgestellt oder das Tempo gedrosselt. Hier kann man mit tieferen Ködern Pech haben, sodass sich dieser am Grund verhakt. Deutlich leichter geht das mit einem Wobbler, da er enorm schnell auftaucht. Natürlich müsst ihr auch beim Wobbler darauf achten, dass man die passende Tiefe wählt oder einstellt, denn Wobbler gibt es nicht nur für die Oberfläche als Flachläufer. Wie sich der Wobbler verhält, hängt von einer Menge Faktoren wie Material, Form, Größe und Art der Tauchschaufel ab.

Neben Wobblern gibt es wie beim Raubfischangeln eine riesige Auswahl an geeigneten Schleppködern. Selbst der Köderfisch, ob mit oder ohne Pose, kann zum Schleppfischen genutzt werden. Egal, welchen Köder ihr wählt, es ist wichtig, den Köder in allen Wasserzonen anzubieten -sprich nahe der Oberfläche, im Mittelwasser und nahe dem Grund. Die Ruten in der Mitte des Bootes werden meistens nicht so weit rausgelassen, liegen dafür aber tiefer, während die Seitenruten die höheren Wasserschichten bedienen.

Beim Schleppfischen braucht man keinen Anschlag setzen, dieser setzt sich von alleine. Damit ihr euch auf den Drill konzentrieren könnt, solltet ihr die anderen Ruten vorher einholen.

Sideplaner

Der Sideplaner ist auch als Scherbrettchen oder Schleppbrettchen bekannt. Sie sind ein zusätzliches Werkzeug zum Schleppen. Mit dem Sideplaner lässt man den Köder auf kontrollierter Entfernung zu Wasser und minimiert damit die Scheuchwirkung vom Boot. Man kann so viele Sideplaner nutzen wie man möchte, doch mehr als vier Stück pro Seite sind eigentlich überflüssig. Die Scherbrettchen kann man selber machen oder fertig kaufen. Hier gibt es enorme Qualitäts- und Ausführungsunterschiede. Die Sideplaner von baltic-fishing (Baltic-Board) sollen sehr gut sein und das im unteren Preissegment. Übrigens gibt es die Scherbrettchen auch als transparente Versionen. Diese sind noch weniger sichtbar für die Fische und verringern die Gefahr, dass diese verscheucht werden. Das macht besonders viel Sinn, wenn das Wasser sehr klar ist.

Das Brett wird durch einen speziellen Clip in die Schnur eingehängt, dann wird unter Zug der Köder seitlich vom Boot weggezogen. Sobald es zur Attacke vom Fisch kommt, fliegt die Schnur aus dem Clip, der Sideplaner gleitet zum Ende des Vorfachs, wo ihn eine Perle stoppen sollte. Anfängern empfehle ich lieber erstmal zur Gewöhnung nur mit einem Brettchen auf jeder Seite zu starten.

Downrigger

Ein Downrigger ist eine alternative Schlepphilfe. Hiermit kann man besonders präzise die Tiefe des Köder bestimmen und kontrollieren. Downrigger unterscheiden sich in der Größe und Länge des Arms. Zusätzlich gibt es Modelle, welche eine Tiefenskala anzeigen. Im Grunde wird hier nur die Seillänge gemessen. Damit die Messung und Genauigkeit passt, ist es zwingend erforderlich, dass das Blei schwer genug ist. Je steiler der Winkel des Seils, desto genauer die angegebene Tiefe. Wird der Winkel zu flach, dann hat das Blei zu wenig Gewicht.

Sobald die Hauptschnur eingehängt ist, kann der Downrigger in die Tiefe gelassen werden. Wenn ein Fisch sich an den Köder heranmacht und zugebissen hat, dann hüpft die Schnur aus dem Clip heraus und der Drill beginnt. Übrigens zeigt ein Echolot nicht nur die Fische an, sondern auch das Blei. Wie weit der Köder hinter dem Blei angeboten wird, solltet ihr von der Wassersicht abhängig machen, bei trübem Wasser reichen geringe Abstände von 15 m, bei kristallklarem Wasser sollte man auf 30-40 m hochgehen. Wer den Downrigger mit Wobblern als Köder kombinieren möchte, sollte hier extrem aufpassen, denn Wobbler tauchen durch ihre Tauchschaufel in die Tiefe. Dass bedeutet, das Blei zieht sie auf eine bestimme Tiefe hinab und zusätzlich wird der Wobbler nun nochmal in die Tiefe gehen.

Schleppangeln Boot

Eine Bootberatung würde diesen Beitrag wohl sprengen, aber es sei nochmal gesagt, dass man nicht nur mit einem großen Motorboot das Schleppangeln praktizieren kann. Folgende Boote sind beliebt zum Schleppfischen:

  • Motorboote
  • Ruderboote
  • Aluboote
  • GFK-Boote
  • Kanu oder Kajak

Alle Boote haben ihre Vor- und Nachteile. Das Schleppangeln ohne Motor ist natürlich mühsamer, aber dafür vom Köderkontakt und der Wahrnehmung sehr intensiv. Dafür kann man oft bei stärkeren Wellen oder Wind nicht raus aufs Wasser und hat eigentlich nie eine Pause.

Schleppangeln Geschwindigkeit

Eine oft gestellte Frage ist, wie hoch die Geschwindigkeit sein darf, mit der das Boot fährt. Die Geschwindigkeit ist nicht nur für den Zielfisch wichtig, sondern alleine schon für die Köderführung. Nehmen wir einen Wobbler als Beispiel, so taucht dieser je nach Geschwindigkeit auf eine bestimmte Höhe. Wenn wir schneller fahren, wird er tiefer abtauchen. Aber auch der Abstand zum Boot, die Stärke der Schnur und die Haltung der Rute haben einen Einfluss. Im Gegensatz zum Wobbler wird ein Köder, welcher keine Tauchschaufel hat, wie beispielsweise einen Gummifisch, durch mehr Tempo flacher laufen.

Da alle Einstellungen und Köder anders laufen gibt es keine Zauberformel, hier heißt es wieder einmal testen, testen, testen. Eine Geschwindigkeit mit 3 km/h ist gut für den Anfang, danach geht es an die Feineinstellung. Die richtige Geschwindigkeit findet man im Bereich zwischen 2-4 km/h. Wenn die Geschwindigkeit nicht ausreichend ist, dann sieht man das sehr schnell an der Rutenspitze,  denn diese wird keinen Zug mehr haben. Ihr solltet das Tempo auch von der Jahreszeit abhängig machen. Je kälter das Wasser desto langsamer sind die Fische.

Tiefe

Die richtige Tiefe zum Schleppangeln ist nicht nur eine Frage des Zielfisches, sondern auch der Jahreszeit. Dazu muss man die Fische kennen. Zu welcher Jahreszeit die Fische wo stehen, lest ihr in unserem Ratgeber Hotspots der Fische. Nehmen wir den kapitalen Hecht als Beispiel. Er laicht im Frühjahr in den flachen Uferzonen ab und findet dort auch reichlich Nahrung in Form von Jungfischen. Wenn die Wassertemperaturen ansteigen, dann zieht er sich in tiefere Regionen zurück. Genauso macht er es im Winter, wenn die Temperatur sehr kalt ist. Auch im Herbst ist der flache Uferbereich eine gute Anlaufstelle.

Abstand zum Boot

Wie der Abstand der Köder zum Boot sein darf, hängt unter anderem vom verwendeten System ab. Aber auch wo die Rute steht und ob das Wasser trübe oder glasklar ist, hat einen Einfluss. Je länger der Abstand zum Boot wird, desto tiefer wird der Köder laufen. Die Abstände variieren hier von 10-60 m. Auch nicht außer Acht lassen sollte man die Verteilung der Ruten. Wer mit mehreren Booten zum Schleppfischen raus fährt, der muss besonders auf den richtigen Abstand achten, da ansonsten die Gefahr besteht, dass sich die Schnüre verheddern oder überkreuzen.

Schleppangeln Montage

Schnur

Beim Schleppangeln ist eine geflochtene Schnur die richtige Wahl. Hierbei haben wir einen möglichst geringen Durchmesser und trotzdem die maximale Tragstärke. Die Farbe der Schnur macht ihr am besten von den Gegebenheiten abhängig. Ist es dunkel, trübe oder sehr wichtig, dass man ständig die Schnur sieht, dann wählt eine grelle Farbe. Wenn man klare Sicht hat und das Gewässer eine gute Sicht ermöglicht, dann nutzt doch lieber etwas nahezu Unsichtbares. Auch bei der Schnur muss man den Spagat zwischen dem Grundsatz einer möglichst dünnen Schnur und der Voraussetzung, dass die Schnur mit ihrer Stärke genügend Tragkraft hat, schaffen.

Wer sein Glück lieber mit einer monofilen Schnur versuchen will, der kann das natürlich auch tun. Aber es sei nochmal gesagt, dass diese durch die Dehnfähigkeit einen schlechteren Kontakt zum Köder aufweist und auch nicht so weit abgelassen werden sollte. Mehr über die Schnurarten lest ihr in unserem Angel-Blog.

Vorfach

Beim Vorfach kann man, wie sonst auch beim Angeln auf Raubfisch, mit Fluorocarbon arbeiten. Dieses hat nicht nur eine hohe Stabilität, sondern ist auch nahezu unsichtbar. Selbst beim Hechtangeln kann man auf ein Stahlvorfach verzichten, aber man braucht hierfür stabiles Hardfluoro. Wer die Vorfächer nicht fertig kauft, sondern selber machen will, der kann eine 0,8 mm Fluorocarbon-Schnur nehmen und braucht dann nur noch die passenden Quetschhülsen in Verbindung mit der Quetschhülsenzange. Wir schneiden die Schnur auf die korrekte Länge, bestücken sie mit den Hülsen und machen jeweils am Ende eine Schlaufe. Die Schlaufe kommt nun in das freie Öhr der Hülse und wird mit der Zange befestigt (Quetschung).

Die sicherste Variante beim Schleppangeln auf Hecht ist allerdings immer noch das Stahlvorfach. Auch die ausreichende Länge ist entscheidend. Denn ein kapitaler Hecht kann mit seinem riesigen Maul schon mal eine ganz schöne Länge in den Körper ziehen. Wer hier ein minimales Vorfach mit 25 cm Länge hat, gibt dem Hecht die Chance in die Hauptschnur zu beißen. Das ist nicht nur ärgerlich, weil man als Schneider nach Hause geht, sondern auch, weil der Fisch ziemlich sicher am verschluckten Köder sterben wird.

Schleppfischen Tipps

Da einem beim Schleppen manchmal ärgerliche Fehler passieren, haben wir hier die wichtigsten Tipps gesammelt:

  • kontrolliert die Ausrüstung
  • richtige Tiefe einstellen
  • richtigen Abstand einstellen
  • richtige Geschwindigkeit halten
  • beim Biss andere Ruten einholen
  • bei wenig Bissen den Köder wechseln
  • mit GPS arbeiten
  • Gewässer analysieren
  • Zielfisch Beißzeiten beachten
  • Erfahrungen sammeln
  • sich vor Ort von fachkundigen Personen beraten lassen

Schleppangeln verboten

Vorsicht: Schleppangeln ist teilweise verboten. An manchen Gewässern ist es dem Angler gänzlich untersagt, das Schleppangeln zu betreiben, an anderen braucht man wieder eine spezielle Erlaubniskarte. Schleppangeln ist das Angeln vom fahrenden Boot, ohne dass dieses befestigt wurde. Daher erkundigt euch vor dem Schleppfischen genau, wo und wie es erlaubt ist. Die Info steht übrigens auf der Gewässerkarte und das zuständige Fischereiamt gibt hier natürlich auch Auskunft.