Fliegenfischen lernen leicht gemacht

Um die Einleitung  nicht zu sehr in die Länge zu ziehen, komme ich gleich zu meiner Lieblingsstelle aus dem Film „In der Mitte entspringt ein Fluss“ (ja, ich bin über dreißig :))… Hier verabreden sich die zwei Profi-Fliegenfischer-Brüder mit einem Freund der Familie zum Fliegenfischen. Dieser hat natürlich keine Ahnung, was genau das zu bedeuten hat und bringt eine Dose voller Würmer mit. Fehler Nummer 1, wenn man sich zum Fliegenfischen verabredet. Nach unserem Artikel Fliegenfischen für Anfänger wird euch das nicht passieren, aber nicht nur das, ihr werdet mit etwas Hüsteln behaupten können, ein Experte auf dem Gebiet zu sein.

Was unterschiedet Fliegenfischen vom normalen Angeln?

Hierbei ist der Köder eine Fliege, welche sehr leicht ist. Dieses Gewicht würde nicht zum Werfen ausreichen. Daher gibt es beim Fliegenfischen eine besondere Schnur, die sehr schwer ist, damit der Köder überhaupt fliegen kann. Auch die Ausrüstung ist eine ganz andere. Sowohl die Rolle, als auch die Angel unterscheiden sich komplett von der gewöhnlichen und typischen Angelausrüstung.

Warum man Fliegenfischen sollte

Fliegenfischen ist mehr als nur Angeln, es ist eine Lebensweise und Leidenschaft. Im Grunde ist es eine ganz besondere Form des Angelns, bei der man nicht einen Blinker, Angelwurm oder Mais ins Wasser wirft und kurbelt oder wartet, dass die Pose endlich untertaucht, sondern eine sehr viel lebendigere Methode Fische zu fangen. Einen Fisch im Wasser mit einem Blinker zu simulieren ist keine große Herausforderung. Bei einem Wurm am Haken muss man nicht mal irgendetwas vortäuschen. Die Fliege ist anders, sie will bewegt werden und fliegen.

Fliegenfischen ist eine Kunst, die auch als Anfänger schon Spaß machen kann. Natürlich wird man kein Waldo Pepper sein, aber Lust und Laune bringt es in jedem Fall. Das Schönste an diesem wunderbaren Hobby ist es, dass man immer etwas Neues lernt, seine Technik ständig verfeinert und einem nie langweilig wird. Hierbei wird der Fischfang fast zur Nebensache, wenn man dann tatsächlich eine Prachtforelle fängt, ist man umso stolzer.

Geangelt wurde früher in der Regel an Flüssen, gerade beim Lachs angeln. Man kann aber auch am See oder an der Küste fliegenfischen. Übrigens gilt Europa als Geburtsstätte der modernen Fliegenfischerei, vor allem in Bezug auf die Wurftechniken. Viele Unwissende denken, dass das Fliegenfischen eine reine Modeerscheinung sein, dass ist so aber nicht richtig. Wahrscheinlich nahm das Fliegenfischen in Ägypten seinen Ursprung. Es gibt hier Aufzeichnungen um 200 n. Chr., welche belegen, dass zum Fischen Fliegen verwendet wurden. Auch später im Mittelalter angelten die Ritter mit der Fliege. Später kam es in den englischen Raum und wurde eine beliebte Sportart der Elite des Adels.

Die Besonderheit am Fliegenfischen ist aber nicht nur das Hantieren mit der Fliege, sondern das Gesamterlebnis. Man muss hier wesentlich mehr Faktoren der Umgebung beachten. Wie tief ist das Wasser, wie ist die Windrichtung, welche Windstärke herrscht, wo stehen die Insekten, wo könnte der Fisch sitzen, sind nur einige der Fragen die man sich stellt. Es ist ein modernes Abenteuer mit Stil.

Wer denkt, die Fangquote ist mit einer Fliegenrute geringer, der irrt sich gewaltig. Das Fliegenfischen bietet nicht nur einen tollen Drill, sondern auch die Möglichkeit, in bestimmten Jahreszeiten, wo durch Insekten ein riesiges Nahrungsangebot für die unterschiedlichen Fischarten besteht, diese überhaupt zu fangen. Oft kommt man gerade zu Schlupfzeiten von Insekten gar nicht an die Fische heran, wenn man es mit einem Wurm versucht. Einer schön gebundenen Fliege, die sich perfekt bewegt, können die wenigsten Fische widerstehen.

Eine Ausrüstung für Anfänger

Gerade die Ausrüstung ist beim Anfänger wichtig, da man beispielsweise mit der falschen Schnur oder Rute schnell frustriert sein wird und das Hobby wieder an den Nagel hängt.

Fliegenrute

Fliegenruten gibt es viele in unterschiedlichsten Preisklassen. Ich würde euch empfehlen erstmal im mittleren Preissegment anzufangen. Gerade als Anfänger braucht man nicht die teuerste und beste Fliegenrute. Eine gute Wahl für den Anfänger ist eine Kohlefaserrute. Inzwischen ist die Technik hier sehr weit und dennoch sind die Ruten vergleichsweise günstig. Ein teure gespleißte Rute sollte sich der Anfänger nicht zulegen.

Wir unterscheiden auch beim Fliegenfischen zwischen Einhandruten und Zweihandruten. Die Zweihandrute ist nichts für den Anfänger. Die leichte bis mittlere Fischerei lässt sich komplett mit einer Einhandrute abdecken. Eine Zweihandrute braucht man nur, wenn man auf große Lachse oder im Meer auf große Kaliber angelt.

Leider gibt es keine General-Rute, die alle Fische und jeden Einsatz abdeckt. Hier gilt es Kompromisse einzugehen. Ein gutes Einsteigermodell für viele Fischarten sind die Rutenklassen 5 und 6.

Mit der Rutenklasse 5 kann man die meisten Weißfische, wie Barsch, Äsche oder Forelle fangen. Hierbei kann man sowohl mit Trocken-, Nassfliege und Nymphe angeln. Das ist schon mal ein gutes Allroundpaket.
Alternativ kann man eine 6er Rute wählen, mit der man sehr schön Streamer und Nymphen werfen kann. Hier vergrößert sich auch gleich das Spektrum der Fischarten um beispielsweise Döbel, Aland, Rapfen und Zander. Selbstverständlich gibt es noch deutlich mehr Fische, die man hiermit angeln kann.

Bei der Rutenlänge ist 2,50 bis 2,70 m ein solides Maß für den Anfänger. Beim Griff kann man sich selber austesten, aber die meisten Anfänger kommen mit einem Zigarrengriff gut zurecht, da man so den Zeigefinger sauber hält und mit dem Zeigefinger auch gleich die Wurfrichtung vorgibt. Ein Korkgriff ist empfehlenswert.

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Je größer der Räuber ist, den man jagt, desto höher wählt man die Schnur- bzw. Rutenklasse. Für einen schönen Hecht darf es eine 8er Fliegenrute sein. Besonders geeignet sind hier größere Streamer und Nassfliegen. So kann man sie besonders weit werfen.

Eine Fliegenrute für den Anfänger bekommt man zwischen 100 und 2500 Euro. Der Preisvergleich lohnt sich also richtig. Es gibt die Fliegenruten in mehreren Teilen. Die Profis verwenden in der Regel eine zweiteilige Rute, was aber eigentlich mehr etwas mit der Möglichkeit des Transportes zu tun hat. Wenn das Packmaß besonders klein sein soll, dann nimmt man eine drei- oder vierteilige Rute. Den Unterschied merkt der Anfänger wahrscheinlich ohnehin nicht.

Auch euer Verhalten entscheidet darüber, welche Rute die richtige ist. Kraftprotzige Männer fahren oft mit einer etwas steiferen Rute mit Spitzenaktion besser. Diese Rutenform steckt die Kraftüberdosis besser weg. Filigran arbeitende Einsteiger können eine Fliegenrute mit semiparabolischen Aktion wählen. Diese Rute lädt sich schon bei geringem Zug.

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Damit euch die Orientierung anhand der Schnurklassen nicht so schwer fällt, hier ein Überblick von mir. Natürlich sind hier nicht alle Fischarten enthalten, aber man bekommt eine Vorstellung, welche Größe und Stärke der Fisch ungefähr hat:

  • 000-4 Friedfisch, Weißfisch, Fische mit sehr weichem Maul wie Äsche oder Renke
  • 5-6 Forelle, Saibling, Äsche, Renke
  • 7-8 Hecht, Karpfen, kleiner Lachs
  • 9-10 Lachs, Huchen
  • 11-16 Großfisch, Zweihandrute

Fliegenruten und Rollen

Fliegenrolle

Eine adäquate Empfehlung für die passende Fliegenrolle zu geben, ist ziemlich schwierig, da es nicht nur unzählige Hersteller gibt, sondern auch unglaublich viele Modelle. Wichtig zu wissen ist, dass die Schnur nicht wie beim Spinnfischen auf die Rolle angewiesen ist, sondern die Rolle lediglich die Schnur hält. Man kann auch mit extrem günstigen Rollen tolle und große Fänge an Land bringen.

Large Arbor-Rollen sind sehr beliebt, aber kein Muss! Achtet nicht so sehr auf Technik-Schnick-Schnack, sondern lieber darauf, wie viel Budget zur Verfügung steht. Wenn das Fliegenfischen Spaß macht, kann man später immer noch Vorlieben und Erfahrungen nachgehen.

Bei den Fliegenrollen unterscheidet man zwischen Großkernrollen und Kleinkernrollen. Eine gute Fliegenrolle für Anfänger gibt es ab 50 Euro. Billige Rollen haben oft ein besonders lautes Knarren, was zum Teil sehr störend sein kann, auch für die Umgebung. Das sollte man sich bereits im Laden angucken. Der Preis der Rolle definiert sich aber nicht nur nach Aufbau und Hersteller, sondern vor allem über das Gewicht der Rolle. Man sollte hier darauf achten, dass die Rolle, wenn überhaupt das Gewicht der Rute nur minimal überschreitet. Die Trommel ist auf die Klasse der Rute abzustimmen.

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Außerdem gibt es Fliegenrollen mit oder ohne Bremse. Wenn ihr mit der empfohlenen Schnurklasse 5 oder 6 startet, dann braucht ihr diese nicht unbedingt, das spart nochmal Geld. Bei größeren Klassen, sollte man aber darüber nachdenken. Achtet darauf, dass die Rolle mindestens 20 m Fassungsvermögen hat.

Großkern- oder Kleinkernrolle

Die Großkernrolle wickelt die Schnur in großen Schlaufen auf die Fliegenrolle, nervige Kringel in der Schnur werden verhindert. Genau das ist der Nachteil der Kleinkernrolle. Auch die Übersetzung ist bei der Rolle mit dem großen Kern deutlich besser, hierbei hat man im Drill-Vorgang dann weniger zu kurbeln. Die Großkernrollen sind vom Design deutlich größer und wirken nicht so elegant wie eine Kleinkernrolle, aber als Anfänger würde ich definitiv hierauf zurückgreifen.

Linkshänder oder Rechtshänder

Die meisten guten Rollen kann man umbauen, damit der Linkshänder die Kurbel auf der richtigen Seite hat. Das ist etwas frickelig, daher sagt man am besten schon beim Kauf dem Händler Bescheid, denn der kann diese dann auf die richtige Seite setzen und auch gleich die Schnur aufspulen.

Ersatzrolle

Am Wasser eine Ersatzrolle oder Ersatzschnur dabei zu haben, ist durchaus nützlich.

Die passende Schnur

Auch wenn die Schnur beim Fliegenfischen sich von herkömmlicher Schnur durch ihr großes Gewicht unterscheidet, so gibt es auch hier nochmal unterschiedliche Schnur-Arten.

Je nach Schnurart verändert sich auch das Wurfverhalten. Die Schnüre unterscheiden sich in ihren Querschnittsverläufen. Neben den folgenden Schnurarten unterscheidet man in Backing und Flugschnur. Die Schnurarten beziehen sich auf die Flugschnur. Auf das Backing gehen wir später weiter ein. In der Regel kann man die beiden schon anhand der Farbe unterschieden.

Alle Schnurarten sind durch Abkürzungen einheitlich erkennbar, die gängigsten Arten sind:

  • DT = double taper (beidseitig verjüngt)
  • L = level (gleicher Schnurquerschnitt auf gesamter Länge)
  • LB = Long Belly (langer Bauch)
  • ST = shooting taper (Schusskopf)
  • TT = triangle taper (länger gezogener Fronttaper als bei WF)
  • WF = weight forward (Keulenschnur – wird nach vorne Keilförmig)

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Wenn ihr jetzt mit den Augen rollt und denkt, da blicke ich doch nie durch, dann sage ich euch, das klappt schon. Lasst erst mal alles im Regal und holt euch eine WF-Schnur. Diese ist ideal für Anfänger geeignet, da man sie sehr leicht weit werfen kann und je nach Anwendung einen unterschiedlich geformten Keulenkopf haben.

Triangle-Taper-Schnur

Die Triangle-Taper rollt sich schön einfach und gleichmäßig ab. Man kann sie für Nymphenfische und Trockenfliegen verwenden. Auf den ersten 12 Metern dieser Schnurart nimmt der Durchmesser der Schnur proportional zu. Dadurch steigt natürlich das Gewicht. Wenn ihr vorhabt, Rollwürfe in naher bis mittlerer Distanz durchzuführen, dann ist dies die ideale Schnur.

Double-Taper-Schnur

Double-Taper-Schnüre sind doppelt verjüngt. Das heisst die Schnur ist sowohl am Anfang, als auch am Ende dünner und ca. auf den mittleren 20 Metern ein wenig dicker. Perfekt geeignet für schmale Flüsse und kleine Seen, wenn der Fisch einen nicht bemerken darf und sehr scheu ist.

Man kann ohne großes Aufsehen zu erregen die Schnur auf dem Wasser gleiten lassen. Man verwendet die Schnur in der Regel bei Fliegenruten mit vollparabolischer Aktion. Beim Bespulen der Rolle muss man vorsichtig sein, da die DT-Schnur deutlich mehr Platz auf der Rolle braucht als andere Fliegenschnüre.

Der Vorteil der DT-Schnur ist, dass sie die doppelte Lebensdauer hat. Wenn die eine Seite abgenutzt ist, dann kann man sie einfach umdrehen. Dafür wird es Zeit, wenn der vordere Teil der Schnur nicht mehr schwimmt. Das ist ein Zeichen dafür, dass die in der Fliegenschnur befindlichen Luftblasen, welche das Schnurgewicht verringern, nicht mehr vorhanden bzw. dicht sind.

Shooting-Taper-Schnur

Die Schusskopfschnur ist nichts für Anfänger, also lieber als Einsteiger die Finger davon lassen. Es handelt sich dabei um eine Schnur, die der Keulenschnur ähnlich ist, nur nochmal deutlich stärker. Gerade bei viel Wind oder besonders großen Distanzen greift man auf diese Schnur zurück.

Weitere Unterscheidungsmerkmale

Aber nicht nur die genannten Kürzel und Durchmesser unterscheiden Schnüre beim Fliegenfischen. Auch das Schwimmverhalten der Schnur ist wichtig.Schwimmende Schnur wird mit F für floating abgekürzt.

Schnur die nicht schwimmen kann, also versinkt, wird mit S für sinking gekennzeichnet. Die Sinking-Schnüre sinken nicht alle gleich schnell, sondern haben unterschiedliche Geschwindigkeiten. Die Geschwindigkeiten unterscheidet man in:

  • langsam
  • schnell
  • sehr schnell
  • extrem schnell

Es gibt auch Schnüre, die zum Teil sinken und zum anderen Teil schwimmen. Man spricht hierbei von sinktip-Schnur. Der schwimmende Teil hält sich dann in einer bestimmten Tiefe des Wassers auf. Schnur, die leicht unter den Oberflächenfilm des Wassers sinkt, wird mit I abgekürzt, für Intermediate.

Da sich unser Artikel an Anfänger richtet, empfehlen wir mit einer Schwimmschnur zu starten. Diese ist deutlich leichter zu handeln. Außerdem kann man hiermit fasst alle Fangszenarien abdecken.

Nicht verzweifeln, es gibt nur noch ein Detail zu wissen, dann haben wir das Schlimmste mit der Schnur überstanden. Man unterteilt die Fliegenfischer-Schnüre in ASA Klassen. Diese Klassen beziehen sich auf das Gewicht. Früher hießen sie AFTMA-Klassen, das ist die Abkürzung für die American Fishing Tackle Manufactures Associtation, welche die Klassen und Standards dieser einteilt und definiert.

Das System kommt auch bei den Fliegenruten zum Einsatz. Das System bezieht sich auf die DT-Schnüre. Damit ihr euch trotzdem orientieren könnt, haben die meisten Hersteller die Gewichte in Gramm auf dem Produkt angegeben. Die Schnurklassen gehen von 0-15.

Eine qualitativ hochwertige Flugschnur WF-6-F oder WF-5-F bekommt man schon ab ca. 38 Euro. Kauft bei der Schnur nicht zu billig, ansonsten seid ihr schnell gefrustet. Eine qualitativ minderwertige Schnur ist nicht glatt genug und hat auch keine hohe Lebensdauer. Dadurch rollt sich die Schnur nicht so schön ab, es fehlt an Geschwindigkeit und das Werfen macht deutlich weniger Spaß oder gelingt nicht. Einweiterer Vorteil ist, dass man viel weiter werfen kann.

Fazit: Kauft euch erst mal eine günstige Flugschnur die WF (weight forward), also eine Keulenschnur ist und schwimmt (F = Floating), in den Klassen 5 und 6. Diese kann bei vielen Gelegenheiten angewendet werden und lässt sich besonders einfach werfen und kontrollieren.

Erklärung der Kürzel

Damit ihr keine Schwierigkeiten bei der Auswahl bekommt, hier nochmal eine kleine Hilfe:

Bei der Herstellerbezeichnung steht in der Regel ganz vorne beispielsweise WF, dann kommt die Schnurklasse, beispielsweise 8, dann kommt nochmal beispielsweise der Buchstabe F.

Das bedeutet, wir haben hier eine Weight-Forward-Schnur in der Schnurklasse 8 in schwimmend: WF-8-F

Ganz wichtig ist die mittlere Zahl, denn die Schnurklasse muss zu der Klasse der Rute passen. Aber als Anfänger kann man die Schnurklasse auch mal eine Nummer höher wählen, als die Rute. So fällt einem das Werfen ein wenig leichter.

Geschichte der Fliegenschnur

Was heute als selbstverständlich gilt, nämlich präzise Schnüre aus Kunststoff mit besten Eigenschaften und minimalen Pflegeaufwand, war nicht immer so. Vor unserer Zeit des Fliegenfischens haben die Menschen in einem extrem aufwendigem Herstellungsprozess die Schnüre aus Pferdehaar und Seide geflochten.

Backing – Nachschnur

Das Backing wird auch Nachschnur oder Sicherheitsschnur genannt. Diese Schnur wird an die Flugschnur und die Spule der Rolle mit einem Knoten angebracht. Dadurch braucht man die Flugschnur nicht an der Rolle festmachen. Da die Nachschnur direkt auf der Rolle liegt, erhöht es auch die Lage der Flugschnur. Dadurch beugt man dem kringeln der Flugschnur vor, da das Backing sozusagen künstlich den Rollenkern vergrößert.

Außerdem hält man sich eine Leinenreserve bereit, das ist von Vorteil, wenn ein kapitaler Biss am Haken ist. In den meisten Sets ist dieses Backing bereits enthalten, sollte das nicht der Fall sein, kann man ein gewöhnliches 0,4 Monofil wählen, mit einer Tragkraft von ca. 9 kg also 20 lbs. Wenn gerade kein Geld da ist, reicht im Notfall auch eine normale geflochtene Schnur.

Vorfach

Das Vorfach wird zwischen Fliege und Flugschnur angebracht, es ist deutlich dünner und unscheinbarer als die Flugschnur. Das Vorfach steigt proportional zur Schnurklasse. Diese werden in der Länge der Rute gewählt. Bei einer 2,70 m Fliegenrute würde ich folgende Stärken nehmen:

  • Schnurklasse 5 = 0,16 – 0,18 mm Vorfach
  • Schnurklasse 8 = 0,25 mm Vorfach

Zum Angeln auf Hecht und größere Raubfische ist ein Vorfach aus Stahlseide empfehlenswert.

Ideal für Anfänger ist ein konisches, also gezogenes Monofil-Vorfach. Die konische Form wählt man, damit es sich beim Wurf gut von der Rolle abwickelt. Diese Vorfachart ist an der Fluschnur deutlich dicker 0,45-0,5 mm und an der Fliege sehr dünn 0,1 – 0,3 mm. Gerade Anfänger können getrost ein dickeres Vorfach verwenden, da dieses stabiler ist und man gerade als Einsteiger öfter mal im Baum oder Gebüsch hängen bleibt. Ein Ersatzvorfach kann hier auch Freude machen. Übrigens: beim Fliegenfischen mit Nymphen kann man auch ein nicht konisches Vorfach nutzen.

Vorfächer sind sehr teuer, daher ist Vorfachmaterial auch sinnvoll und eine gute Investition. Wenn die Spitze des alten Vorfachs beschädigt ist, dann kann man den Ersatz festknoten und muss nicht gleich ein komplett neues kaufen. So hat man schnell eine neue Vorfachspitze ohne kompletten Austausch.

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Wenn ihr beim Training wirklich Geld sparen wollt, dann holt euch ein Pitzenbauer Ringerl. Hierbei handelt es sich um ein Verbindungsteil, welches es erlaubt, Monofil mit Fluorocarbon zu verbinden. So könnt ihr als Vorfach die günstigen monofilen Vorfächer nehmen und die wichtige Spitze mit qualitativ hochwertigem Fluorocarbon verwenden. Wenn ihr dieses Verbindungsstück nicht nutzt, dann habt ihr das Problem, dass das deutlich härtere Fluorocarbon das Monofil-Vorfach durchschneidet. Auch Knoten im Vorfach lassen sich so leichter wieder entfernen.

Das Vorfach wird an der Fluschnur mit einem Grinner-Knoten befestigt. Wer kein Knotenexperte ist und noch ein paar Euro übrig hat, der sollte sich eine fertige Schlaufenverbindung zulegen. Im Handel findet ihr diese Schlaufenverbindung unter dem Namen Loop on junction. Dies ist ein 10 cm langer Netzschlauch, welcher eine Schlaufe am Ende hat. Dieser Schlauch wird einfach über die Flugschnur gestülpt und mit dem zugehörigen 1 cm kleinen Plastikröhrchen befestigt. Das Plastikröhrchen hat in der Regel eine Signalfarbe und dient auch als Bissanzeiger. Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klapp (wie passend beim Fliegenfischen).

Der letzte Schritt ist ganz einfach, man muss nur noch das Vorfach mit der Schlaufe verbinden. Ein weiterer Vorteil ist, dass man so extrem schnell das Vorfach wechseln kann.

Nützliches Zubehör

Natürlich kann man nur mit Rute, Schnur, Rolle und Köder ans Wasser und braucht nicht unbedingt mehr. Als Anfänger reicht das aus, aber wer mehr Flexibilität und vor allem Erfolg möchte, der kann sich einige nützliche Zusatzprodukte holen. Die gängigsten Zusatzartikel, die hier auf der Einkaufsliste stehen sollten sind:

  • Schnurkorb
  • Wathose
  • Polbrille
  • Bellyboat
  • Bissanzeiger
  • Fliegenbox
  • Vorfachtrenner
  • Kescher

Was es mit diesen Helfern auf sich hat, verraten wir jetzt.

Schnurkorb

Der Schnurkorb hat mehrere Funktionen. Er wird auch als Schusskorb bezeichnet. Zum einen schont er die Schnur der Rolle, vermeidet die Abdrift, verhindert das Verheddern mit Algen im Wasser und erhöht beträchtlich die Wurfweite. Wir erinnern uns: der coole Fliegenfischer, der die Schnurleinen in seiner Schnurhand hält? Das brauchen Sie mit einem Schusskorb nicht. Beim Strippen wird hier die Schnur abgelegt. Auch beim Schnurkorb gilt es sich ausführlich zu informieren, da alle Modelle unterschiedlich sind.

Wathose oder Neoprenanzug

Ob ihr eine Wathose oder einen Neopremanzug verwendet, ist eigentlich egal. Hierbei geht es einfach darum, weiter ins Wasser zu kommen und der Kälte nicht ausgesetzt zu sein. Das Schöne an der Wathose ist, dass sie im unteren Bereich wie Gummistiefel aufgebaut ist und einen guten Trittschutz bietet. Außerdem kann man nach Belieben die Kleidung darunter erweitern. Aber auch beim Neoprenanzug kann man sich die passenden Schuhe holen. Macht das wie ihr denkt, Hauptsache ihr bleibt trocken und friert nicht.

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Polbrille

Eine Polarisationsbrille wirkt erst einmal wie ausgemachter Quatsch, aber ist tatsächlich äußerst nützlich, da man die Fische so wesentlich besser erkennen kann. Hierdurch werden die Lichtreflexe der Wasseroberfläche aufgehoben und man kann mit leicht geübtem Blick schnell sehen, wo es sich lohnt die Fliege hinzuwerfen.

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Bellyboot

Früher war das Bellyboot ein runder Luftring in Donutform. Heute gibt es viele Formen wie als U oder als Ponton. Hiermit kommt ihr schnell an abgelegene Stellen und seid von den Bewegungen deutlich freier als auf einem Boot. Denkt dran, dass ihr euch auch hier fortbewegen müsst. In der Regel nimmt man hierzu Flossen. Flossen, in die die Wathosenstiefel reinpassen können sehr teuer sein, daher kann auch ein Neoprenazug Sinn machen. Oder ihr nehmt die gute alte Badehose.

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Bissanzeiger

Beim Angeln mit Nymphen macht ein Bissanzeiger durchaus Sinn. Dieser vereinfacht das Handling der Drift und macht schnell klar, wenn ein Fisch angebissen hat.

Fliegenbox

Damit man die Fliegen griffbereit hat, empfiehlt sich eine wasserdichte Fliegenbox. Diese hat einen durchsichtigen Deckel und im Inneren ein Schaumstoffmodul, um den Haken zu befestigen. Da die Kunststoffboxen nicht viel Geld kosten, kann man auch gleich zum Anfang eine größere Box kaufen, so braucht man bei wachsendem Sortiment nicht gleich eine neue Box kaufen. Oft sind spezielle Fliegenboxen deutlich teurer als eine Werkzeug- oder Schraubenkiste. Hier gilt es zu vergleichen.

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Vorfachtrenner

Beim Vorfachtrenner gibt man eine Menge Geld aus. Das ist nicht notwendig. Nehmt einfach einen gewöhnlichen Nagelknipser und ihr spart eine Menge Geld.

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Kescher

Ein guter Kescher gehört auch zur Pflichtausrüstung. Gerne drehen die Händler einem den teuersten Watkescher an, den sie im Angebot haben. Dieser sieht natürlich nicht nur edel, sondern auch besonders professionell aus. Aber ein günstiger Teleskopkescher tut es auch und hat sogar oft einige Vorteile. Der Kescher darf nicht zu lang im Wasser sein, hier kann ein Watkescher sogar Sinn machen, oder alternativ ein kleiner Teleskopkescher. Wenn man vom Ufer aus angelt, dann setzt man lieber auf die Teleskopwahl, gerade bei steilem Ufer.

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Weiteres Zubehör

Beim weiteren Zubehör schenken wir uns die Erklärung, da dieses jeder Angler kennen sollte. Dennoch darf es auch beim Fliegenfischen nicht fehlen:

  • Betäuber
  • Zange
  • Hakenlöser
  • Maßband
  • Messer

Fliegen als Köder

Die Köder beim Fliegenfischen heißen zwar Fliegen, aber es wird nicht immer mit Fliegen gefischt. Im Grunde geht es darum, Insekten zu imitieren, die auf der Speisekarte des jeweiligen Fisches stehen. Eigentlich dürfte es nicht Fliegenfischen heißen, sondern eine treffendere Bezeichnung wäre Flugangeln. Hierbei stehen mehrere Insektentypen zur Auswahl:

  • Wasserinsekten
  • Fluginsekten
  • Landinsekten
  • Fantasieinsekten

Aber auch kleine Fische, kleinste Säugetiere und manche Amphibien können nachgeahmt werden. Wahre Künstler zaubern auch das ein oder andere Fantasietier.

Auch beim Fliegenfischen braucht man Köder. Hierbei geht es von winzigen bis riesigen Insekten-Immitationen. Diese kann man entweder fertig gebunden kaufen oder auch selber bauen. Gerade das Fliegenbinden in eigener Herstellung macht besonders viel Freude und bietet viel Spielraum für die eigene Kreativität.

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Es gibt verschiedene Fliegen-Typen:

  • Trockenfliegen
  • Nassfliegen
  • Nymphen
  • Streamer

Arten des Fliegenfischen

Bevor wir auf die Fangmethoden weiter eingehen, möchte ich noch sagen, dass es zwei verschiedene Fangmethoden beim Fliegenfischen gibt. Die eine ist für den Verzehr des Fisches gedacht, hier hat die Fliege einen Widerhaken. Wenn man Catch-and-Release fischt, also den Fisch nach dem Fang wieder frei lässt, dann muss man darauf achten, dass die Fliege keinen Widerhaken hat. Beachtet auch die lokalen gesetzlichen Vorschriften hierzu. Übrigens: solltet ihr so fischen wollen und habt aus Versehen doch Fliegen mit einem Widerhaken gekauft, dann könnt ihr diese mit einer Zange einfach eindrücken, das funktioniert auch.

Aus den eben genannte Fliegen leiten sich auch die Fangarten ab.

  • Trockenfliegenfischen
  • Nassfliegenfischen
  • Nymphenfischen
  • Streamerfischen

Trockenfliegenfischen

Trockenfliegenfischen ist die beliebteste und bekannteste Art des Fliegenfischens. Hierbei fischt man mit künstlichen Insektenimitationen, welche auf dem Wasser schwimmen. Da nicht alle Materialien,wie beispielsweise Rehhaar, schwimmen, kann man die Fliege auch  fetten. So treibt der Köder auf dem Wasser, statt unterzugehen.

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Hierbei imitiert man vier Arten von Insekten:

  • Imagos
  • Emerger
  • Spents
  • Terrestrials

Imagos sind Insekten, die ihre Eier auf der Oberfläche des Wassers ablegen.

Emerger kommt vom englischen Begriff emerge, was soviel bedeutet wie auftauchen. Dabei werden Insekten vorgetäuscht, welche gerade geschlüpft sind und die Wasseroberfläche durchbrechen.

Spents leitet sich von spent, also verbraucht ab. Dieser Begriff bezieht sich auf Insekten, welche nach der Eiablage verendet sind und nun reglos auf dem Wasser treiben.

Auch Imitationen von Landinsekten wie Ameisen, Käfern und Heuschrecken sind möglich, da diese eigentlich vom Land kommen, nennt man sie terrestrials.

Wenn man Fliegenfischen geht, dann ist es immer wichtig, den Fisch, den man fangen will zu kennen. In diesem Fall wird man Fische fangen, welche Ihre Beute von der Oberfläche wegschnappen. Einen Fisch der nicht zum Fressen auftaucht, wird man so nicht erbeuten.

Nassfliegenfischen

Nassfliegenfischen ist die ursprünglichste und älteste Art des Fliegenfischens. Auch wenn sie dem Laien nicht so bekannt ist wie das Trockenfischen, so ist sie sehr interessant. Man erkennt die Nassfliege in der Regel an den nach hinten gestellten Flügeln.

Ähnlich den Emerger und den Spents beim Trockenfliegenfischen, werden hier mit Kunstfliegen die Insekten imitiert, mit dem Unterschied, dass diese unter der Wasseroberfläche zu finden sind. Einmal tote Insekten, welche unter Wasser treiben und Insekten die zum Schlüpfen aufsteigen.

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Nymphenfischen

Das Nymphenfischen ist dem Nassfischen sehr ähnlich. Der große Unterschied liegt hier in der Köderform. Während beim Nassfischen Fluginsekten imitiert werden, gilt es hier, die Larven der im Wasser lebenden Insekten nachzuahmen.

Hier ist die Schwierigkeit, die richtige Wassertiefe zu erreichen. Das erfordert, sofern man diese nicht fertig kauft, durch viel Probieren oder Erfahrung das richtige Gewicht zu wählen. Das kann man durch diverse Materialien wie zum Beispiel Bleidraht, Kupferdraht, einer Wolframperle, einer Goldkopfkugel und natürlich einigem an Übung schaffen. Aber auch die Haken sind hier schwerer. Für Anfänger ist das Angeln sehr nahe des Grundes am erfolgreichsten. Werft die Nymphe im Fluss einfach stromaufwärts und lasst sie dann langsam am Grund entlang treiben. Das ist gar nicht schwer. Wenn die Nymphe nicht schwer genug ist, dann könnt ihr einfach ein kleines Schrotblei am Vorfach fixieren, das reicht schon aus.

Auch hier bleibt die Zeit nicht stehen und inzwischen gibt es kurze Nymphen, welche als Czech Nymphing bekannt sind. Hier angelt man mit drei Insekten auf kurzer Distanz auf einmal. Experten streiten, ob es sich hierbei noch um Fliegenfischen handelt, da das Wurfgewicht nicht mehr von der Schnur ausgeht, sondern vom Köder selbst.

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Streamerfischen

Wie beim Czech Nymphing verschwimmt hier die Grenze allmählich zwischen Fliegenfischen und dem herkömmlichen Spinnfischen. Beim Streamerfischen werden größere Lebewesen nachgebaut. Die einzige Gemeinsamkeit zum Fliegenfischen ist, dass zum Binden dieser Köder Materialien aus der Fliegenbinderei verwendet werden. Auch wenn diese Methode häufiger der Kritik der konservativen Fliegenfischer unterliegt, sollte man sie trotzdem mal getestet haben, dann weiß man wovon man redet. Diese Art des Fliegenfischens rate ich dem Anfänger ab, da gerade die Wurftechnik oft Schwierigkeiten bereitet. Imitationen können hierbei Mäuse, Eidechsen, Fische und andere Lebewesen sein. Selbst Köder, die gar keinem Tier ähneln, sondern über die Farbe den Bissreiz als Reizstreamer auslösen sollen sind gestattet. Wenn ihr hiermit anfangt, dann braucht ihr eine starke und stabile Fliegenrute und das passende Zubehör. Der Zielfisch ist hierbei, wie man wahrscheinlich vermuten kann, der Raubfisch.

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Die richtigen Fliegen für Einsteiger

Nicht jede Fliegenart ist gleich leicht zu bedienen für den Anfänger. Wenn man Fliegenfischen lernen will und Anfänger ist, dann sollte man bevor man alle Disziplinen beherrscht erst mal ein paar Erfolge mit der Fliegenrute haben.

Das Fischen mit Trockenfliegen und Nassfliegen erfordert deutlich mehr Übung als das Angeln mit Nymphen. Damit ihr unter tausenden Fliegen nicht verzweifelt und am Ende noch ganz auf das Fliegenfischen verzichtet, stellen wir hier eine kleine Empfehlungsliste zusammen, welche Fliegen zum Start brauchbar sind. Wir konzentrieren uns zuerst auf Nymphen und gehen dann zur gehobenen Kunst weiter.

Nymphen beispielsweise werden durch Zupfen, also leicht ruckartige Bewegungen simuliert, Trockenfliegen hingegen lässt man an der Oberfläche die Strömung herab treiben.

Wenn ihr euch zusätzliche Lektüre zum Thema Fliegenfischen zulegt, dann haltet euch einfach an die empfohlenen Klassiker. Wenn ihr tiefer im Thema drin seid, dann könnt ihr auch andere Fliegen testen. Lasst euch nicht von anderen Anglern beeindrucken, jeder Fliegenfischer hat seine eigenen Lieblinge, die er für die besten Fliegen der Welt hält. Die einzige Gemeisamkeit ist hier, dass diese bei jedem Angler unterschiedlich sind.

Fliegen als Köder

Nymphen für Anfänger

Nymphen gibt es viele und Hakengrößen auch. Damit ihr zu Beginn nicht ein Vermögen ausgeben müsst, ist unsere Empfehlung erst einmal mit den folgenden Nymphen-Allroundern (am besten mit Goldkopf) in den Hakengrößen 12 und 14 (eventuell noch 16) zu beginnen:

  • Hasenohr-Nymphe (Hare´s Ear Nymph)
  • Fasanenschwanz-Nymphe (Pheasant Tail Classic – Eintagsfliegenlarve)
  • Steinfliegen-Nymphe (Prince Nymphe)
  • Köcherfliegen-Puppe (Caddis Pups)
  • Tungsten-Nymphe (für tiefe Gewässer – Tungsten-Bead)
  • Ritz D
  • Arthofer
  • Goldkopf Red Tag

Streamer für Anfänger

Die folgenden Streamer sind bestens für Einsteiger (sofern man sich als Einsteiger an das Streamerfischen heranwagt) geeignet. Man braucht nicht alle Streamer dieser Welt. Ein kleines gutes Set ist völlig ausreichend.

  • Wooly Bugger
  • Muddler Minnow

Wooly Bugger

Ein echter Klassiker und fast schon Fanggarant ist der Wooly Bugger (auch Wolly Bugger, Woolly Bugger und Wolley Bugger), welcher Fische an einen Blutegel erinnert. Hier eine klare Empfehlung für Anfänger. Besonders beliebt sind die Farben Grün und Schwarz. Das Muster ist ein Schwanz aus Marabu-Feder und eine durchläufige Körperhechel. Um ein gutes Set zu haben, empfehlen sich Hakengrößen von 2 bis 6. Man kann diesen Streamer in Süß- und auch Salzwasser nutzen.

Muddler Minnow

Der Muddler Minnow wird im Raum der Alpen gerne verwendet und man fängt hiermit besonders gut Forellen. Mit diesem Streamer wird ein Beutefisch der Forelle imitiert, dabei handelt es sich um die Koppe. Da kann keine Forelle widerstehen!

Dieser kleine Fisch lebt in Bächen mit reichlich Strömung nahe am Grund und bewegt sich ruckartig. Das ist auch bei der Angeltechnik zu berücksichtigen. Werft den Köder stromaufwärts mit leichter Schräge aus und achtet darauf, dass der Streamer einen schweren Kopf hat (siehe Kopfbeschwerung Streamer).

Wenn man auf Hecht gehen möchte, dann sind Heuschrecken, Ameisen und Käfer sehr gut geeignet.

Trockenfliegen Käfer

Trockenfliegen für Einsteiger

Bei den Trockenfliegen sollte man sich als Einsteiger mit mehr oder weniger geringem Budget an die Köcherfliegen halten. Diese kommen in fast jedem Gewässer vor und bieten sich somit als Allrounder an. Schön ist auch, dass man die Fliege über die Wasseroberfläche schlittern lassen kann. Besonders erfolgreich ist man hier in den Stunden der Abenddämmerung.

Schöne Einsteigermodelle sind:

  • Adams (z.B. Mosquito)
  • Köcherfliege (schwarz und braun)
  • Märzbraune (March Brown)
  • Traunfliege (farblich deutlich aufreizender – Traun Trivisible)
  • Blue Dun (geschlüpfte Eintagsfliege)
  • Red Tag
  • Bivisible
  • Fratnik Rehaarsedge

Damit man sich nicht zu viele Muster kauft, kann man es erst mal langsam angehen lassen und auf allgemeingültige Muster verlassen. Auch wenn es viele bunte tolle Fliegen gibt, gilt es hier farblich eher zurückhaltend zu arbeiten. Dezente Farbtöne wie grau oder braun fangen sehr gut. Wenn ihr besonders erfolgreich sein wollt, dann schaut euch das Gewässer besser vorher an und schaut, welche Fliegen hier vorkommen und wie groß diese sind.

Kleine Zuckbewegungen bei der Köcherfliege in die Schnur erhöht die Fangquote ungemein. Der Köder ist hier in Ufernähe anzubieten. Bei der Blue Dun könnt ihr es ruhiger angehen lassen. Die frisch geschlüpfte Eintagsfliege lässt sich auf der Oberfläche treiben und trocknet ihre Flügel, also kein Stress. Die Traunfliege ist dreifarbig und lässt sich sehr gut erkennen.

Damit ihr eine Trockenfliege auch ohne Händler erkennt, kann man sich daran halten, dass Trockenfliegen in der Regel einen Hechelkranz quer hinterm Ör haben, besonders leicht sind und mit schwimmfähigen Materialien hergestellt wurden oder zusätzlich präpariert sind.

Nassfliegen für Einsteiger

Nassfliegen gehen tiefer als Trockenfliegen und sind meistens deutlich schlanker. Nicht jeder Lehrer rät mit Nassfliegen zu beginnen, andere raten wieder von Streamern ab. Ich denke die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Schöne Einsteigermodelle sind:

  • Märzbraune
  • Alexandra

Fliegenfischen Wurftechnik

Die Wurftechnik beim Fliegenfischen unterscheidet sich komplett von allen anderen Angelmethoden. Hierbei bringt das Wurfgewicht nicht etwa ein schwerer Blinker oder Bleigewicht unterhalb der Pose, sondern die Angelschnur. In allen anderen Disziplinen gilt es in der Regel möglichst stabil, aber auch möglichst leicht und unsichtbar.

Davon kann man bei Fliegenfischen nicht reden. Die Schnur muss hier so schwer sein, damit man die Fliege überhaupt werfen kann. Da man sehr viel mit der Schnur arbeitet, ist diese in den meisten Fällen auffällig eingefärbt. So erkennt der Fliegenfischer genau, wo sich gerade Fliege und Schnur befinden. Ohne eine spezielle Wurftechnik und die Schnur könnte man die Fliegen nicht in die Nähe des Fisches bringen.

Fliegenfischen Wurftechnik

Haltung bewahren

Schon die Haltung der Rute ist beim Fliegenfischen anders als bei anderen Techniken. Damit ihr euch nicht im Fluss in einem großen Schnurknäuel fesselt und am Ende noch ertrinkt, erklären wir hierzu einige Worte.

Zum Start des Wurfes ist der Rutenarm leicht abgewinkelt und die Spitze der Fliegenrute zeigt zur Wasseroberfläche. In einer schwungvollen Bewegung (nicht ruckartig) wird die Rutenspitze gehoben und vorwärts und rückwärts bewegt. Das Ganze passiert natürlich in Blickrichtung. Es kann ein paar Mal dauern, bis man ein Gefühl für eine passable Wurftmethode bekommt, aber lasst euch davon nicht aufhalten. Öffnet das Handgelenk nicht vor der Unterbrechung. Das Rückholen wird bei 1 Uhr unterbrochen, das Vorwärtswerfen bei 10 oder 11 Uhr. Nun kann man die Spitze auf 9 Uhr absenken. Damit sich die Schnur von der Rolle lösen kann, braucht man den passenden Widerstand.

Weite Würfe

Jetzt habt ihr wahrscheinlich im letzten traumhaften Angelvideo einen Profi gesehen, der Schnur in der Hand hält?! Das könnt ihr auch! Das macht man nicht, um wie ein Profi auszusehen, sondern um weitere Entfernungen zu erreichen. Entweder hält man die Schnur in Schlaufen mit der Schnurhand oder man holt sich einen Schnurkorb. Nun kann man beim Vorwurf die zusätzliche Schnur freigeben und deutlich weiter werfen. Die Methode die zusätzliche Schnur in der Hand bereit zu halten, erfordert etwas Übung, da die Schnur sehr schnell aus der Hand gerissen wird. Mit einer normalen Fliegenrute und etwas Können erreicht ihr damit ca. 25-35 Meter Wurfweite.

Es gibt noch weitere Wurftechniken und Stile, welche in der Regel immer auf den folgenden basieren:

  • altenglischer Stil
  • Gebetsroither Stil
  • TLT-Technik
  • Unterhand-Wurfstil

Da Fliegenfischen insbesondere die Wurftechnik eine Kunstform ist, gibt es Unmengen weiterer Stile die aber immer eine Verfremdung der eben genannten Techniken darstellen. In den meisten Fällen fängt man dadurch aber nicht mehr Fisch, sondern macht einen imposanteren Eindruck. Denn eine gute geworfene Fliege sieht besonders gut aus.

Welche Fische angelt man beim Fliegenfischen?

Lasst euch nicht entmutigen, wenn euch ältere Angler erzählen, man könnte beim Fliegenfischen nur am Fluss auf Lachs und Forelle gehen und alles andere macht keinen Sinn. Das ist Unwissenheit und Anglerlatein. Ihr könnt beim Fliegenfischen alle Fische fangen, die auf entsprechende Köder beißen bzw. unter 250 kg wiegen. Ab diesem Gewicht kann man mit einer Fliegenrute den Fisch kaum an Land bringen. Bei Schwergewichten ist es wichtig, das passende Gerät zu haben und ausreichend Backings auf der Rolle bereit zu halten.

Folgende Fische sind beim Fliegenfischen besonders beliebt:

  • Forelle (Bachforelle, Regenbogenforelle, Meerforelle)
  • Äsche
  • Aal
  • Alande
  • Döbel
  • Barsch
  • Saibling
  • Lachs
  • Tarpun
  • Hecht
  • Zander
  • Grätenfisch
  • Stachelmakrele
  • Rapfen

Die größten Fehler beim Fliegenfischen

Um die größten Fehler beim Fliegenfischen zu vermeiden, haben wir eine Liste zusammengestellt, welche Fehler häufig vorkommen.

1. Zu wenig Zeit zum Üben genommen
2. Keine Geduld
3. Falsche Ausrüstung insbesondere flaasche Rolle und Rute
4. Rutenspitze wird nicht im richtigen Winkel gehalten
5. Schnurhand lässt die Schnur nicht los

Fliegenköder selber binden

Um kunstvolle Insekten zu imitieren, muss man diese binden, sofern man sie nicht kauft. Neben dem zeitintensiven Hobby Fliegenfischen fordert das Binden der Fliegen nochmal deutlich mehr Zeit. Mit etwas Anfangsschwierigkeiten kann man schnell tolle Fliegen selber binden. Das ist leichter als man es sich vielleicht vorstellt. Aber nicht jeder Fliegenfischer macht das auch, da es, wie gesagt, sehr viel Geduld und Zeit erfordert.

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Beim Binden der Fliegen oder Insekten wird bereits die Art des Fliegenfischen bestimmt. So benötigt man beispielsweise beim Trockenfliegenfischen Insektenimitationen, welche auf dem Wasser treiben. Deswegen sollte man auch das richtige Material wählen, welches schwimmt. Ansonsten muss man die Fliege nachfetten. Andersherum: will man Nassfliegenfischen, dann sollte man ein Material wählen, welches nicht schwimmt.

Wenn man professionelle Fliegen binden will, dann braucht man nicht nur etwas Erfahrung und handwerkliches Geschick, sondern sollte sich auch mit den Besonderheiten der heimischen Insekten auskennen, denn nur so erzielt man perfekte Ergebnisse. Wer tiefer in die Welt des Fliegenbinden eindringen will, der sollte sich auch ein Buch über die Insektenkunde zulegen.

Material zum Fliegenbinden

Die Materialien, die man zum Fliegenbinden verwenden kann sind extrem vielfältig. In den meisten Fällen greift man hierbei auf einen Haken, Schnur, Federn, Fell und Kunststoffprodukte zurück.

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Lektüre zum Fliegenfischen

Es gibt eine ganze Reihe schöner Bücher zum Thema, aber auch die Zeitschrift Fliegenfischen ist einen Blick wert. Wer es noch bewegter braucht, der sollte mal Fliegenfischen auf Youtube eingeben, da wird man jede Menge tolle Erklärungen zum Thema finden.

Meine Lieblingsbücher zum Thema sind die folgenden:

  • Fliegenfischen in Deutschland: Die schönsten Reviere – Werner Berens Kosmos Verlag
  • Besser Fliegenfischen – Werner Berens Kosmos Verlag
  • Das Praxisbuch für Fliegenfischer: Die besten Techniken, Tricks und Kniffe – Hans Eiber – blv Verlag

Natürlich gibt es auch andere gute Bücher.

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Fliegenfischen lernen

Fliegenfischen lernen kann man entweder in Eigenregie direkt am Wasser, oder in einem Kurs. Natürlich gibt es auch gute Onlinekurse zum Thema. Hier findet ihr Orte, an denen ihr das Fliegenfischen lernen könnt:

Fliegenfischen Kurse googlen

Das richtige Gewässer für das Fliegenfischen

Fliegenfischen kann man eigentlich an jedem Gewässer. Aber man muss nicht erst nach Kanada oder Amerika reisen, um ein perfektes Fangerlebnis zu haben. Besonders schöne Länder zum Fliegenfischen sind:

  • Deutschland
  • Österreich
  • Schweiz
  • Skandinavien
  • und viele weitere Länder in Europa

Dabei spielt es keinerlei Rolle, ob es sich um einen schmalen Bach handelt oder die Küste am Meer. Fliegenfischen kann man überall.

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Fliegenfischen für Anfänger – mit Profi-Tipps
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