Die Elritze ist ein kleinwüchsiger friedlicher Süßwasserfisch, der nicht nur in der freien Natur vorkommt, sondern besonders gern auch in Gartenteichen und sogar Aquarien gehalten wird. Ihr findet sie oft in Gebirgsbächen, denn sie lieben klares und sauerstoffreiches Wasser. Elritzen sind Schwarmfische, worauf ihr unbedingt achten solltet, wenn ihr den Friedfisch nicht nur angeln, sondern auch bei euch zu Hause halten wollt. Die Elritze trägt sehr viele Namen, allein in Brehms Tierleben sind über 40 aufgezählt. Das liegt daran, dass sie einst ein wahrer Massenfisch war. Leider sind ihre Bestände heute so stark zurückgegangen, dass die Pfrille auf der roten Listen der gefährdeten Arten als stark gefährdet eingestuft wird. Unter anderem deswegen stellen wir euch den Fisch heute vor, erläutern aber keine Angelmethoden, da die Elritze in fast der gesamten Bundesrepublik ganzjährig nicht gefangen werden darf.

Elritze Steckbrief

Synomyme: Prille, Bitterfisch, Maipiere, Spierling
Englischer Name: winnow
Wissenschaftlicher Name: Phoxinus phoxinus
Ordnung: Karpfenartige
Familie: Karpfenfische
Gattung: Phoxinus
Größe: 4 bis 7 Zentimeter im Durchschnitt (max. 13 Zentimeter)
Alter: maximal 11 Jahre, durschnittlich 3 bis 4 Jahre
Körperbau: langgestreckt, nach hinten hin abgeflacht
Schuppen: sehr klein
Schuppenformel: 80-110 SL
Farbgebung: gelb-bräunlich, aber regional doch variierend, braune und schwarze Tupfen an den Seiten
Flossenformel: D II-III/6-8, A III/7-8, P I/14-16, V II/7-8
Maul: endständig
Zähne: Schlundzähne
Augen: recht groß
Nahrung: kleine Bodentiere
Laichzeit: Maii bis Anfang Juli
Laichort: sauerstoffreiche Kies- und Sandgründe

Lebensraum der Elritzen

Die kleinen Fische leben in fast allen Teilen von Europa bis hin ins nördliche Asien. Ihr findet sie nur nicht in Griechenland, in Süditalien, in Nordschottland und im Norden Skandinaviens. Derzeit breitet die Pfrille in Norwegen stärker aus, wird hier aber von den Fischern als Konkurrent der stark verbreiteten Salmoniden bekämpft. Leider gründet sich dieses Verhalten auf Unkenntnis, denn die Elritzen fressen zwar ab und an den Laich von Salmoniden, gehören aber auf die Speisekarte ebenjener, wenn diese erwachsen sind. In den Alpen findet man die kleinen Elritzen noch bis zu einer Höhe von 2000 Metern in klaren Gebirgsbächen und Seen. Sie tummeln sich gern in der Forellen- und Äschenregion, aber auch in der Barbenregion könnt ihr sie finden.

Die Elritze ist ein Indikator für die Qualität des Wassers der Bäche, Flüsse und Seen. Ist sie nicht zu finden, ist dieses nicht klar, sauber und sauerstoffreich. Gewässer mit der hohen Güte, die die Elritzen zum Leben benötigen, werden immer seltener, sodass die Art mittlerweile sehr stark gefährdet ist. Außerdem dient sie Forellen, Aalen und anderen Räubern als Nahrung.

Pfrille oder Elritze in der Seitenansicht

Merkmale der Elritze

Wie schon erwähnt, ist die Elritze ein echt kleiner Fisch, der meist nur zwischen 3 und 7 Zentimetern groß wird. Die Weibchen sind etwas größer als die Männchen. Pfrillen werden meist nur wenige Jahre alt, die älteste dokumentierte Elritze erreichte das stolze Alter von elf Jahren. Elritzen haben einen langgestreckten Körper, der fast zylindrisch ist. Ab dem After flacht sie seitlich etwas ab. Der Kopf ist, im Profil betrachtet, stark abgerundet. Ihre Augen sind relativ groß. Das endständige Maul ist mit Schlundzähnen besetzt. Die Schuppen des Fisches sind ziemlich klein und reichen in der Seitenlinie bei den meisten Exemplaren nur bis zur Körpermitte. Die Rückenflosse steht weit hinter der Bauchflosse.

Färbung der Elritze

Vorab ist zu sagen, dass die Färbung der Elritze von Region zu Region unterschiedlich sein kann. Zudem können die Fische auch ihre Färbung den Gegebenheiten sehr schnell anpassen. Meist ist der Rücken oliv bis gräulich grün gefärbt, es kommen aber auch häufig gelblich-braune Färbungen vor. Die ähnlich gefärbten Flanken sind mit dunklen Querbinden versehen. Ein goldener Längsstreifen oberhalb der Seitenlinie ziert den Körper der Pfrille. Wenn die Laichzeit herannaht, färben sich besonders die Männchen, wie so oft in der Tierwelt, richtig bunt. Sie schmücken sich dann mit einem kräftig rotem Bauch und grünlich schimmernden Körperflanken.

Vielleicht habt ihr im Zoofachhandel schon einmal Gold-Elritzen gesehen. Der Name allerdings täuscht hier, denn diese sind keine Elritzen und auch nicht mit ihnen verwandt. Vielmehr handelt es sich bei den Gold-Elritzen um den Dickkopf-Kärpfling, der aus Amerika stammt.

Lebensweise der Elritze

Die Elritze ist ein quicklebendiger, sehr kleiner Schwarmfisch, der sehr sauberes und sauerstoffreiches Wasser benötigt. Man findet sie, wenn man sie findet, in der Forellen- und Äschenregion und hier vor allem in den oberen Wasserschichten. Normalerweise vertragen sie nur Wassertemperaturen um die 20 Grad Celsius, die Jungfische allerdings kommen auch mit Temperaturen von 30 Grad Celsius noch gut zurecht. Der Fisch ist auch als Aquarium- und Teichbewohner sehr beliebt. Übrigens haben Elritzen ein besonders guten Geruchssinn.

Ernährung

In der freien Natur ernähren sich Elritzen vor allem von kleinen Bodentieren wie Insektenlarven oder Bachflohkrebsen. Aber auch Fischlaich, Algen und Anflugnahrung verschmähen sie nicht.

Fortpflanzung

Elritzen werden mit ungefähr zwei Jahren geschlechtsreif. Die Schwarmfische schließen sich in der Laichzeit, also zwischen April und Juli zu noch größeren Schwärmen zusammen und ziehen in die Laichgründe. Sie wandern meist bachaufwärts und suchen flache, sauerstoffreichere Gewässerbereiche auf, die idealerweise einen kiesigen Grund haben und gut durchströmt sind. Die Weibchen legen dann an den Steinen zwischen 200 und 1000 klebrige Eier ab. Sie sind also Haftlaicher. Die 1 bis 1,3 Millimeter kleinen Eier bleiben an den Steinen haften und nach 4 bis 8 Tagen schlüpfen daraus die kleinen Fischlarven. Sie sind noch sehr lichtscheu und bleiben daher in den ersten Tagen ihres Lebens zwischen den Steinen. Schon 24 Stunden nach dem Schlüpfen sind aber die Dottersäcke schon aufgebraucht und die kleinen  Elritzen müssen beginnen, sich von allerfeinstem Plankton zu ernähren. Das weitere Wachstum erfolgt sehr langsam.

Elritzen im Schwarm auf Steinen

Die Elritze – ein bedrohte Fischart

An der Stelle, an der wir sonst immer darauf eingehen, wie der von uns vorgestellte Fisch schmeckt und zubereitet werden kann, um dann einige kleine Angeltipps zu geben, steht bei der Elritze leider ein anderes Thema im Vordergrund. Sie trat früher in großen Schwärmen und in vielen Gewässern auf und fehlt heute massiv. Die Bestände sind stark rückläufig gewesen. das liegt zum einen an der zunehmenden Verbauung der Gewässer und der Verschmutzung, doch zum anderen auch am überproportionalen Besatz mit Raubfischen wie der Forelle, dem Bachsaibling oder dem Aal, die die Pfrille einfach unglaublich gern fressen. Fischliebhaber und Anglerverbände in ganz Europa bemühen sich darum, die Elritze wieder anzusiedeln und das Gleichgewicht wieder herzustellen. UM doch noch etwas zum Verspeisen der Elritze zu sagen: In Russland wird sie noch immer gern gegessen und dafür meist sauer eingelegt. Übrigens war dies auch in Rheinland-Pfalz ein traditionelles Essen.

Elritze angeln

Nun doch ein Abschnitt über das Angeln auf Elritze, obwohl der Fisch des Jahres 2016 sowohl in Deutschland als auch in Österreich auf der roten Liste steht? Natürlich nicht. Als Speisefisch und Kämpfer an der Angel ist die Pfrille aufgrund ihrer Größe für Angler nicht wirklich interessant. Die Elritze wird in manchen Gegenden, beispielsweise in der Schweiz, in der der Bestand zwar auch extrem rückläufig, die Elritzen aber noch nicht ganzjährig geschützt sind, als Köderfisch beim Forellenangeln eingesetzt.  Wollt ihr nicht auf Kunstköder setzen, dann lockt die Forellen besser mit Rotaugen oder Brassen, die reichlich vorhanden sind und den Räubern mindestens genauso gut schmecken.

 

Die Elritze – ein Winzling im Portrait
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