Es gibt ja jeden Tag des Jahres irgendetwas, weswegen er gefeiert wird. Der Tag des Bieres ist sicher jedem ein Begriff, der Tag des Toilettenpapiers schon wieder weniger und über so manch anderen kuriosen Feiertag kann man eigentlich nur den Kopf schütteln. Natürlich ist auch der 22. August mit verschiedenen Themen als Aktions- oder Gedenktag definiert. Unter anderem feiern wir den Tag der Zahnfee, aber auch einen ganz wichtigen Tag, den viele noch gar nicht kennen – den Tag der Fische. Der Tag der Fische soll daran erinnern, wie katastrophal eigentlich die Welt der Fische in unseren Meeren, aber auch den Flüssen und Seen aussieht. Er soll auf den Artenschutz vor allem von sehr bedrohten Fischarten aufmerksam machen. Grund genug auch für uns, den Feiertag einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wer rief den Tag der Fische ins Leben?

Es ist bis heute unklar, wer den Tag der Fische eigentlich „erfunden“ hat und somit, wie es zu dessen Bedeutung kam und dazu, dass Umweltorganisationen und Tierschutzorganisationen wie die PETA jährlich in verschiedenen deutschen Städten mit Aktionen auf die Situation der Fische, vor allem in den Weltmeeren, aufmerksam machen.  Auf der Webseite kuriose-feiertage.de findet sich eine ziemlich lustige, vielleicht sogar wahre Erklärung, warum es diesen Aktionstag seit dem Jahr 2007 gibt.

Danach trug eine Frau als Jux, weil es keinen besonderen Gedenktag weltweit an ihrem Geburtstag gab, einfach den Tag der Fische in Wikipedia ein. Tag der Fische deswegen, weil sie sich mit ihrer Schwester untereinander gern als Kugelfisch bezeichnet hatte. Dies war am 22. August 2007 und der Tag wurde in die Liste der Gedenktage bei Wikipedia mit aufgenommen. Irgendwann wurde das Datum zum Selbstläufer, denn Organisationen des Tier- und Umweltschutzes sprangen auf den Zug auf und nahmen den Tag zum Anreiz, Aktionen rund um den Artenschutz für Tiere zu starten und auf die Überfischung der Meere hinzuweisen.

Ob diese Geschichte nun stimmt oder nicht, ein wichtiger Gedenktag im Zusammenhang mit dem Blick auf die Umwelt und einem verantwortungsvollen Umgang mit den Fischbeständen unserer Erde ist der Tag der Fische durchaus.

Was sind eigentlich Fische?

Damit wir nicht nur über Schwestern schreiben, die den Aktionstag vielleicht, vielleicht aber auch nicht ins Leben gerufen haben, wollen wir den Tag der Fische zum Anlass nehmen, und einmal kurz klären, was Fische eigentlich sind. Sie bilden nämlich gar keine richtige natürliche Einheit in der zoologischen Systematik, sondern sind eine Gruppe morphologisch ähnlicher, nicht verwandschaftlicher, Tiere.

Die Lehre der Fische heißt Ichythyologie. Das Wort Fisch leitet sich vom lateinischen Piscis ab und meint im Wasser (aquatisch) lebende Wirbeltiere mit Kiemen. Die Gruppe der Fische sind in vier Systematiken eingeteilt:

  • Knorpelfische (Haie, Rochen, Seekatzen)
  • Knochenfische (Strahlenflosser und Fleischflosser)
  • Placodermi und Stachelhaie (beide schon ausgestorben)
  • Kiefernlose wie Schleimaale und Neunaugen

Fische bzw. Kiefernlose gibt es schon seit vielen Millionen von Jahren. Die ältesten Kiefernlosen stammen aus dem Ordovidium vor 450 bis 470 Millionen Jahren. Erste Knorpelfische tauchten wohl um den Silur/Devon auf, was ca. 420 Millionen Jahre zurückliegt. Auch die Knochenfische kann man um die Zeit des Devon herum einordnen.

Wie viele Arten es genau gibt, kann man nicht präzise sagen, denn durch Neuentdeckungen und Zusammenfassungen in Familien, ändert sich dies ständig. Man geht aber derzeit von einer ungefähren Zahl von 32.500 Arten, die zu den Fischen gehören, aus.

Aktionstag für mehr Schutz der Fische

Im Hinblick auf unseren Aktionstag der Fische interessant ist die Gefährdung und die wirtschaftliche Bedeutung der Fische in unserem Alltag. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind Fische auf zweierlei Art: einmal als Zierfisch im Handel und einmal in der Fischerei als Nahrungslieferant. Beides kann sich auf die Fischbestände auswirken. Besonders die Überfischung unserer Meere, aber auch die Flussverbauungen und die Schadstoffbelastung reduzieren die Bestände teilweise verheerend. Daher gibt es nicht nur weltweit für die Meere eine Liste bedrohter Arten und die Aktionen zum Tag der Fische gegen die Überfischung und die Verschmutzung der Lebensräume, sondern auch den Fisch des Jahres, der in Deutschland seit 1984 gekürt wird und in Österreich seit 2002 ausgerufen wird. So einigen seid ihr schon in unseren Fischportraits begegnet.

Im Übrigen wird der Tag der Fische aber nicht nur von Umwelt- und Tierschutzorganisationen genutzt, die auf den Schutz der Fische hinweisen, sondern auch von Ernährungsverbänden. Ein sorgsamer Umgang mit dieser besonders wertvollen Nahrungsquelle schließt ja nicht aus, darauf hinzuweisen, wie gesund Fisch ist und wie wichtig es ist, dass man ihn in richtiger Weise zubereiten kann. Vor allem im Hinblick auf das schonende Angeln von Fischen und die Rückbesinnung auf die heimischen Fischarten ist der Tag der Fische ein wichtiger Tag im Jahreskalender. Schonzeiten und der sorgsame Umgang der Angler mit der Natur sowie die gesetzliche Hegepflicht der Angler sind ein hervorragendes Beispiel für Nachhaltigkeit.

Fischkutter Norwegen

Nachhaltiger Fischfang

Auch bei der professionellen Fischerei auf unseren Meeren und Ozeanen ist es notwendig, sich für eine nachhaltige Fischerei einzusetzen. Die Methoden und Anwendungsweisen sollten niemals die Reproduktionsfähigkeit der Zielfischarten gefährden. Leider hat sich diese Sichtweise noch immer nicht flächendeckend durchgesetzt. Weiterhin werden auch der Meeresboden geschädigt (Schleppnetze) oder ungewollte Beifänge sind noch immer nicht durchgängig minimiert. Viele besonders langsam wachsende Fischarten wurden durch die Fischerei in den letzten Jahrzehnten an die Grenze der Ausrottung gebracht. Schwertfische, Thunfische und Haie, gemeinhin als Leckerbissen in der High Society bekannt, die aber auch die Allgemeinheit in ihrem Gaumen haben möchte, sind bedroht. Aber auch der Kabeljau gilt als überfischt.

Schädlich für das Ökosystem kann aber auch die vermehrte Aufzucht in Fischfarmen sein. Zum Beispiel fängt man den Gelbflossenthunfisch wild und mästet ihn dann in diesen Farmen. Eine natürliche Fortpflanzung ist damit quasi unterbunden. Umso wichtiger ist es, nicht nur auf die Fangmethoden ein Auge zuhaben und diese hoch zu bestrafen, sollten sie zur Überfischung der Meere und zur Störung des Ökosystems führen, sondern auch die immer häufiger werden Zuchtmethoden in Aquakultur müssen strengstens überwacht werden. Zum Glück gibt es mehrere Organisationen, die dies tun, auch wenn ihr Kampf manchmal etwas aussichtslos aussieht. Immer wieder gibt es kleine Erfolge und auch diese sind viel wert. Doch auch wir selbst könne im Kleinen mit unserem Verhalten dazu beitragen, dass die vielen Tausend Arten, die seit über 450 Millionen Jahren unsere Gewässer bewohnen, erhalten bleiben.

Was kann man selbst zum Schutz der Fische tun?

Zuallererst natürlich auf Fisch aus nachhaltigen Fangmethoden essen. Zum Zweiten unbedingt vermeiden, Fische zu konsumieren, die auf der Liste der gefährdeten Arten stehen oder nahe daran sind, darauf zu kommen. Zum Dritten auf regionale und heimische Fischarten setzen, die vielleicht sogar noch selbst geangelt wurden. Und natürlich zählen zu den Möglichkeiten, den Bestand der Fische zu schützen auch allgemeine umweltbewusste Verhaltensweisen wie die Reduzierung von Verpackungsmüll (vor allem Plastik) und das sorgsame und respektvolle Umgehen mit der Natur im Besonderen. Und das Wichtigste: dieses Verhalten nicht nur am Tag der Fische, sondern an jedem Tag des Jahres an den Tag legen.

 

Der Tag der Fische
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