Bevor wir uns im nächsten Beitrag das Posenangeln näher ansehen, wollen wir uns erstmal die unterschiedlichen Arten und Formen der Angelpose ansehen. Dabei gehen wir vor allem auf die Unterschiede der Angelposen ein.

Angelposen Materialien

Neben einer unglaublichen Vielfalt an Materialien bieten Angelposen auch eine unglaublich große Auswahl an Materialien. Eine Pose ist nicht gleich wie jede andere Pose und wer gezielt auf einen bestimmten Fisch angeln möchte, der sollte sich unbedingt mit den Bauarten auseinandersetzen. Gängige Materialien sind:

  • Balsaholz
  • Rohazell-Schaum
  • Kunststoff
  • Carbon
  • Wolfram
  • Glasfiber
  • Metall
  • Bambus
  • Styropor
  • Glas
  • weitere Holzarten
  • Kork
  • tierisches Material (Stachelschwein-Stacheln, Vogelfedern)

Aufbau der Angelpose

Eine Pose hat diverse Bauteile, welche zusammen erst ein funktionsfähige Pose bilden. Diese sehen wir uns nun im folgenden genauer an.

Posenkörper

Der Posenkörper sagt viel über die Qualität einer Angelpose aus. Er kann aus Kunststoff, Balsaholz oder Roha-Zellschaum gebaut sein. Gerade Balsaholz ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch ein Qualitätsfaktor und zeichnet sich durch eine enorme Tragkraft der Pose aus. Je nach Anwendungsfall kann aber auch Kunststoff seine Vorteile haben. Dieses Material ist nicht nur günstig, sondern kann auch transparent gefertigt werden. Standardposen, die als Allrounder verkauft werden sind oft aus Rohazell-Schaum produziert.

Posenantenne

Wenn die Posenantenne sehr dünn ist, dann spricht das für eine Kunststoff-Antenne. Balsaholz-Antennen sind bedingt durch das Material deutlich dicker. Dafür sind sie in der Lage das Vorfach über den Grund nachzuholen. Wer eine sehr feinfühlige Bissanzeige wünscht, vertraut auf eine Posenantenne aus Glasfiber. Angelposen mit einer langen Posenantenne haben den Vorteil, dass man sie auch aus weiterer Entfernung sieht. Natürlich nicht vergleichbar mit einem Knicklicht. Oft haben Posen an der Antenne zur besseren Sichtbarkeit noch eine rote Kugel oder einen Kegel.

Kiel der Pose

Meistens ist der Kiel aus Metall, Carbon, Glasfiber oder auch aus Bambus hergestellt. Die Länge des Kiels ist ein Indiz für die Stabilität, welche anteilig mit der Länge wächst. Glasfiber ist sehr robust und reagiert auch beim Transport nicht so schnell auf Stöße. Dazu kommt, dass das Material unglaublich leicht ist. Besonders schwere Posen haben meistens einen Kiel aus Carbon, Wolfram oder Metall. Das ist aber kein Nachteil, sondern hilft der Pose bei stärkerer Strömung durch das Gegengewicht in aufrechter Position zu bleiben. Modelle aus besonders schwerem Wolfram stehen nicht nur sicher im Wasser, sondern brauchen in den meisten Fällen auch deutlich weniger Zusatzblei.

Angelposen Unterschiede

Die unterschiedlichen Arten Angelposen haben nicht nur andere Formen, sondern auch damit verbunden andere Funktionen.

Waggler

Die Waggler sehen auf den ersten Blick aus wie Stabposen, aber haben eine andere Funktion. Während die Stabposen sich bei einem Biss je nach Bebleiung aufstellen oder untertauchen, ist der Waggler förmlich unter Wasser. Wenn ein Biss erfolgt, dann kommt die Pose nach oben. Die Pose wird nur am unteren Ende befestigt und liegt zwischen dem Schrotblei. Dadurch fliegt sie wie ein schnelles Wurfgeschoss zum Ziel. Während normale Angelposen mit der Schnur an der Oberfläche gegen Wind und Wellen kämpfen, bietet der Waggler, welcher die Schnur unter die Wasseroberfläche zieht, unter Wasser keine Angriffsfläche. Der Waggler wird so mit Blei versehen, dass der Köder mit dem Blei am Grund liegt. Vom Waggler sieht man nur noch eine kleine Spitze oberhalb des Wassers. Damit man die richtige Kombination aus Blei und Gewässertiefe herausfindet, sind ein paar Testversuche notwendig.

Stabpose

Stabposen

Stabposen haben, wie der Name vielleicht schon verrät, eine längliche Stabform. Manche Modelle haben eine leichte Rundung am unteren Teil der Angelpose. Durch die lange Form des Stäbchens ist die Pose auch von weiter Distanz sehr gut sichtbar. Gerade bei Wind und Wellen hilft das dem Angler den Überblick zu behalten. Durch den schmalen Körper und die minimale Tragkraft eignen sie sich besonders zum Friedfischangeln. Diese Posenform hat trotz des Gewichts sehr gute Flugeigenschaften. Auch die Stabposen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, einmal als Feststellpose und als Laufpose.

Knicklichtpose

Knicklichtposen

Eine Knicklichtpose kann eine beliebige Posenform sein, welche eine schlauchartige Antenne hat. In dieses Kunststoffrohr kann man ein Knicklicht einführen. So sieht man die Angelpose auch nachts. Alternativ gibt es auch Schläuche, welche man im Nachhinein an eine Pose anbringen kann. Übrigens: wer am nächsten Abend nochmal Nachtangeln gehen will, der kann sein angefangenes Knicklicht in die Gefriertruhe geben, so leuchtet es in der Regel auch noch am Folgetag.

Segelposen

Segelposen kommen beim Hechtangeln zum Einsatz. Die Segelpose kann durch ihre hohe Tragkraft, ähnlich der Wasserkugel auch große Köderfische halten. Im oberen Bereich der Pose findet man ein Kunststoff-Segel, welches den Wind nutzt, um die Pose über eine längere Strecke treiben zu lassen. Das hat den Vorteil, dass man mit nur einem Wurf sehr lange angeln kann. Wenn es zusätzlich noch zu starker Strömung wie im Fluss kommt, dann ist die Wasserkugel aber die bessere Wahl.

Wasserkugel

Wasserkugel

Diese kugelförmigen Angelposen nutzt man, wenn der Köder direkt am Boden angeboten wird. Es handelt sich hierbei um eine Plastikkugel, welche mit Wasser befüllt wird und überwiegend transparent gefertigt wird. Sie hat eine sehr große Tragkraft, dadurch ist sie die ideale Wahl bei schweren Köderfischen. Gerade am Fluss kann man den Köder so weite Strecken treiben lassen. Ein weiterer Vorteil ist das schwere Gewicht, welches sehr weite Würfe möglich macht. Allerdings sollte man bei den Angelruten Arten darauf achten, dass das Wurfgewicht auch entsprechend vorhanden ist. Die Wasserkugel ist die beste Alternative zur Sbirolino beim Forellenangeln, aber auch als Pose im Meer ist die Wasserkugel eine gute Wahl.

Sbirolino

Sbirolino

Ein Sbirolino ist eigentlich eher ein Wurfgewicht als eine Pose. Diese langgezogene Kunststoffelement kann in jeder Gewässertiefe genutzt werden. Es gibt sie in schwebender, langsam und schnell sinkender Bauweise. Der größte Vorteil ist, dass man auch leichte Köder enorm weit werfen kann. In Deutschland kennt man den Sbirolino auch als Bombarde. Bei einer Pose ist die Bissanzeige deutlich besser.

Angelposen Unterschiede, Arten und Formen
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